Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 18. April 2015

Arbeit und Sorgen


„Arbeit und Sorgen mehren sich täglich.“ So schreibt Katharina Kasper 1879 in einem Rundbrief. (Brief 63) Dieses Phänomen kennen Sie auch, nicht wahr? Wie gehen Sie damit um? Meistens gerät man ja dann in Panik und meint, in Hektik klappt alles schon. Aber ist das wirklich der Fall? „Vor innerer und äußerer Unruhe und Aufregung müssen Sie sich immer hüten, nicht hastig arbeiten wollen …“ (Brief 235) Dazu mahnt Katharina. Sie weiß genau, dass Unruhe, Aufregung, Hast eigentlich nichts bringen.

Übrigens, im Brief 63 schreibt sie weiter: „… Mögen sich in weit größerem Maße mehren die Reinheit unserer Herzen und die Liebe zu Gott.“ Katharina setzt da wieder ganz klare  Prioritäten. Es geht um die Reinheit unserer Herzen und die Liebe zu Gott. Beides bleibt auf der Strecke, wenn wir uns von der Aufregung und der Hast bestimmen lassen.

Kann man das eigentlich verhindern?
Ich meine, ja. Wenn wir Gott im Blick behalten, der ja genau um unsere Situation weiß, der unsere Arbeiten und Sorgen kennt und immer bei uns und mit uns auf dem Weg durch den Alltag ist. Dieses Wissen, diese Zuversicht geben eine ganz große Gelassenheit.

Probieren Sie es doch einfach mal aus, indem Sie immer wieder auf ihn schauen, wenn sich Arbeiten und Sorgen mehren.

STH


Samstag, 11. April 2015

Ohne Kreuz kein Ostern

Wenn Katharina Kasper von Ostern oder der Auferstehung spricht, dann tut sie das nie, ohne vorher von der Nachfolge Jesu gesprochen zu haben. Konkret meint sie aber die Kreuzesnachfolge Jesu und die Kreuzesliebe Jesu.

„Wollen in diesen Tagen besonders dem lieben Heiland folgen auf dem Wege des Kreuzes, damit wir auch eine freudige Auferstehung feiern können mit dem auferstandenen Heiland.“ (Brief 269)

„Ich wünsche Ihnen und allen ... schon im voraus ein recht gesegnetes und frohes Osterfest. Bis dahin wollen wir noch recht fromm das Leiden Christi verehren und nachahmen durch Ertragen und Entsagen, damit wir auch mit dem lieben Heiland feiern können seine Auferstehung aus dem Grabe …“ (Brief 112)

„Wir wollen so recht in Sein heiliges Leiden uns täglich versetzen und um Seine große Kreuzesliebe bitten; dann werden wir auch ein Leben der Auferstehung feiern können.“ (Brief 118)

(Quelle: Dieter Schütz/pixelio.de)
Das sind nur drei Beispiele.
Irgendwie macht mich das schon nachdenklich. Und wenn wir mal in unser eigenes Leben hineinschauen:

Da gibt es gerade genug Kreuz, nicht wahr? Wir müssen sie tragen, ob wir wollen oder nicht. Wenn wir sie aber aus Liebe zu Gott tragen und im Bewusstsein, dass wir sie nicht alleine zu tragen haben, dann wird es leichter, und die Hoffnung auf ein Ende, auf einen neuen Anfang gewinnt wieder mehr Raum. Katharina spricht da von Auferstehung. Jeder Schatten auf meinem Weg zeigt: Da ist Licht. Jedes Kreuz in meinem Leben kündet von der Auferstehung. Denn unser von Gott geschenktes Dasein ist für das Leben bestimmt – für das Leben in Fülle.

„Mögen alle Gebete, Arbeiten und Leiden mit Gottes Gnade beseelt und belebt sein und somit gereichen zur Ehre Gottes, zu unserm und des Nächsten Heile. Wir wollen ganz besonders unser Kreuz … auf uns nehmen und tragen, damit wir mit dem lieben Heiland auch ein frohes Auferstehungsfest feiern können …“ (Brief 144)

Unser christlicher Glaube ist wirklich ein unauslotbares Geschenk; und ich bin unendlich dankbar für Glaubenszeugen wie Katharina.
STH



Samstag, 4. April 2015

Frohe Ostern!

Frieden im Heiligen Land – dass ist ein Wunsch, der gerade an den Hochfesten der Christenheit immer wieder ganz laut wird. Es fällt zunehmend schwer, daran zu glauben, dass dieser Friede irgendwann einmal Wirklichkeit wird.

„Die Zukunft hat der Auferstandene versprochen - Friede auf dieser Erde hat er nicht versprochen.“ Dieses Wort stammt von keinem geringeren als Aurelius Augustinus. Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Ich will diesem Wort nicht zustimmen. Hat Jesus seinen Jüngern nach seiner Auferstehung nicht den Frieden zugesprochen? Ja, das hat er. Aber wie ging es weiter mit ihnen? Sie wurden verfolgt, getötet.

Welchen Frieden hat er ihnen zugesprochen? Jesus wird da ganz deutlich: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.“ (Joh 14,27)

Jesu Frieden ist ein anderer Frieden, ein Frieden, den wir in ihm haben. „Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen, Gerechtigkeit.“ (Baruch de Spinoza) Geht Jesu Frieden in diese Richtung? Ja, und wenn wir diese Tugend lebten, diese Geisteshaltung uns aneigneten, - wäre dann Krieg noch möglich?

Katharina Kasper kommt in ihren Briefen immer wieder auf den Frieden zu sprechen. Katharina gibt auch ein paar Hinweise, wie Frieden möglich werden kann. „Wandeln wir so in Gottes Gegenwart, dass … der liebe Gott alles sehen kann. Suchen wir dem lieben Gott allein gefallen zu wollen, Seine Ehre zu fördern, so gelangen wir zur Vereinigung mit dem lieben Gott. Wir finden Frieden, Ruhe in unseren Seelen, Ergebung in den göttlichen Willen. … O möge der liebe Gott doch helfen und den langersehnten Frieden geben.“ (Brief 72)

Diesen Worten ist nichts hinzuzufügen. Ich wünsche Ihnen zum Osterfest den Frieden des Auferstandenen, der uns dann gegeben ist, wenn wir – wie Katharina sagt – Gott den Raum in unserem Leben geben, der ihm zusteht.
STH




Samstag, 28. März 2015

Katharinas Spuren

Der 25. März – Maria Verkündigung – ist das Titularfest der Armen Dienstmägde Jesu Christi. Maria sagte ja: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn.“ Daher kommt unser Name.
In diesem Jahr hatte dieses große Fest noch eine zusätzliche Bedeutung. Es wurde nämlich die neue Begegnungsstätte „Katharinas Spuren“ eröffnet und eingeweiht.


Was ist das denn nun wieder – Begegnungsstätte „Katharinas Spuren“?

Am Anfang stand die Idee der Provinzleitung einer „Runden Sache Spiritualität“. Im Blick auf eine Heiligsprechung Katharina Kaspers spielte hier auch der Aspekt „Wallfahrtsort Dernbach“ eine Rolle. Wenn Menschen eine Wallfahrt nach Dernbach unternehmen, ist ihr Ziel natürlich Katharina Kasper; und dann wollen sie natürlich auch etwas von dieser großen Frau erfahren. Mit diesem Gedanken wurde die Idee geboren, das Museum, das es ja schon im Untergeschoss des Mutterhauses gab, zu erneuern, attraktiver zu machen.

Eine Gruppe aus Schwestern, Freunden der Gemeinschaft und Mitarbeitern machte sich auf den Weg – zunächst der Ideensammlung, dann auf den Weg zu anderen ansprechenden Museen, dann zu der Realisierung der manchmal kühnen Vorstellungen. Und was bei dem Projekt herauskam und jetzt zu einem vorläufigen Abschluss gekommen ist – es ist kein Museum mehr. Es ist wirklich ein Ort, an dem man Katharina Kasper begegnen kann – und sich selbst.

Es geht darum, von den Lebensspuren Katharina Kaspers zu erfahren – und sich den eigenen zu stellen. Es geht darum, einer internationalen Gemeinschaft zu begegnen. Es geht darum, selbst aktiv zu werden in der Spuren-Werkstatt.
In der Mitte des großen Raumes befindet sich die Oase, der Raum der Stille. Er ist geprägt vom Kreuz – das Zeichen des Todes und des Lebens und von einem Brunnen aus Basaltsteinen; auch das Wasser ist Zeichen des Lebens. Aussagen von Katharina, unterstützt von Bildern von Dietlinde Asmuss bieten Schutz nach außen.


 Habe ich Sie ein wenig neugierig gemacht? Wenn Sie mal in der Nähe unseres Mutterhauses sind, dann schauen Sie mal rein – und lassen Sie sich inspirieren von einer besonderen Atmosphäre. Es lohnt sich.

Ich bin zufrieden
mit Gottes heiligem Willen,
der mir lieber ist
als die ganze Welt;
und ich wünsche
kein größeres Glück
zu besitzen
als dieses:
ihn auf die vollkommenste Weise zu genießen.
(Katharina Kasper, Brief 1862, zunächst verschollen, jetzt wieder gefunden)
STH



Samstag, 21. März 2015

Kreuzesliebe?!

Das ist schon ein komisches Wort, oder? Das Kreuz lieben – das ist doch wohl etwas viel verlangt, oder? Auch wenn sie selber das vielleicht konnte, dann kann Katharina das doch nicht von anderen erwarten, oder?

Drei Fragen – drei Antworten:
Ja und nein; denn dieses Wort hat etwas mit Mystik zu tun. Stimmt, das Kreuz zu lieben, ist etwas viel verlangt. Doch, das kann sie erwarten, weil sie ja unter Kreuzesliebe etwas anderes versteht.

„[Jesus] hat die Kreuze getragen für uns sein ganzes Leben, von der Krippe bis auf Golgatha, wo er am Kreuze für uns gestorben. Diese Kreuzesliebe unseres göttlichen Heilandes ahmen wir nach. Sein Leben war aus Gott, und so erfüllte er nur in allem den heiligen Willen Gottes und besann sich keinen Augenblick, etwas anderes zu wollen noch zu tun.“ (Brief 68)

Kreuzesliebe meint bei Katharina also die Liebe, mit der Jesus sein Kreuz getragen, mit der er am Kreuz gestorben ist. Kreuzesliebe ist Jesu Liebe zum Vater, mit der er immer dessen Willen tun wollte.

Wenn Katharina uns nun auffordert: „Beten wir … so recht innig um die wahre Kreuzesliebe, die uns mächtig anregt, alles Schwere und Bittere, was uns schwachen Menschenkindern hart ankommt, zu ertragen und uns zu entsagen.“ (Brief 107), dann weiß sie genau, dass diese Kreuzesliebe das eigene Schwere und Bittere nicht wegnimmt, aber dass sie das Ertragen erleichtert. Wenn man nämlich das eigene Kreuz mit Jesu Kreuz vergleicht, bleibt es immer ein Kreuzchen.

„Beten wir täglich um die wahre Kreuzesliebe, damit wir durch Gegenliebe unserm göttlichen Heiland entgegenlieben.“ (Brief 107) Unsere Gegenliebe – das ist das Ertragen all des Schweren, das uns auferlegt wird. Und mit dieser Liebe sollen wir ihm entgegenlieben. Ist das nicht ein toller Gedanke?

STH

Samstag, 14. März 2015

Aus Liebe zu Gott

Der Pater, der am Donnerstag die Eucharistiefeier mit uns feierte, meinte: „Mit dem heutigen Tag endet die erste Hälfte der Fastenzeit. Die zweite geht ja bekanntlich schneller um.“

Die erste Hälfte ist schon um, schoss es mir durch den Kopf. Wahnsinn! Und was ist aus meinen Vorsätzen geworden? Wenn ich ehrlich bin … nun ja …

Heute sprach uns Katharina Kasper zu: „Wir wollen uns bemühen, [die Fastenzeit] gut zuzubringen, die Beschwerden und Mühseligkeiten, die sich so täglich ergeben, in Geduld anzunehmen und gerne zu ertragen und hinzunehmen aus Liebe zu Gott. Es gibt ja tagtäglich schon was zu tragen …“ (Brief 254)
 
Neues Leben (Kurt/pixelio.de)

Wir bringen die Fastenzeit gut zu, wenn wir die täglichen Beschwerden aus Liebe zu Gott in Geduld annehmen und tragen. Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke? Und so entlastend. Wir brauchen uns nicht das Hirn zu zermartern, was wir uns vornehmen können, auf was wir verzichten wollen, wie wir Buße tun können. Der Alltag bringt genügend Anstrengungen, Bedrängnisse, Ärgernisse mit sich. Die in Geduld anzunehmen und zu tragen ist schon eine große Herausforderung. Ob uns das immer gelingt?

Das geht wahrscheinlich nur aus Liebe zu Gott … Und dann ist es auch nicht immer einfach. Aber wenn wir das in der Fastenzeit einüben, - vielleicht gelingt es uns dann auch später. Damit wird dann das Leben entschieden leichter.

Ich will für die zweite Hälfte der Fastenzeit die Herausforderung annehmen und mich bemühen, „die Beschwerden und Mühseligkeiten, die sich so täglich ergeben, in Geduld anzunehmen und gerne zu ertragen und hinzunehmen aus Liebe zu Gott“.
STH


Samstag, 7. März 2015

Adler – ein Gottesbild

Wussten Sie, dass in der Bibel 26 mal vom Adler die Rede ist? Immer wieder ist von einem Vergleich die Rede „wie ein Adler“. Und da taucht der Adler mit vielen verschiedenen Eigenschaften auf. Vor allem ist er groß, mächtig, schnell.

Immer wieder wird der Adler mit dem Menschen in Verbindung gebracht. Am bekanntesten ist die Stelle in Jesaja: „Die aber, die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler.“ (Jes 40,31) Es ist nicht schwierig, Katharina Kasper mit einer solchen Stelle in Verbindung zu bringen. Von ihrem unbeschreiblichen, bedingungslosen, verblüffenden Vertrauen auf Gott war schon oft die Rede. Dieses Vertrauen verschaffte ihr eine unerschütterliche Gelassenheit und gab ihr eine Kraft, die scheinbar Unmögliches möglich machte. Sie bekam Flügel wie Adler, die sie weit über die Niederungen des Alltags hinaustrugen und sie ganz leicht machten …

Der Adler ist in der Bibel auch ein Bild für Gott. „Ihr habt gesehen, … wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und hierher zu mir gebracht habe“. (Ez 19,4) „… wie ein Adler, der sein Nest beschützt und über seinen Jungen schwebt, der seine Schwingen ausbreitet, ein Junges ergreift und es flügelschlagend davonträgt.“ (Dtn 32,11) Und in der Geheimen Offenbarung wird Er sogar als der „große Adler“ bezeichnet. (Offb 12,14)

Gott hat den Menschen als sein Ebenbild geschaffen – so heißt es im Buch Genesis. Und das heißt, dass sich der Mensch verhalten soll wie Gott es tut. Da ist sicher einiges schief gelaufen, seit der Mensch erschaffen wurde. Katharina aber hat ernst gemacht mit diesem Auftrag. Gerade die beiden gerade zitierten Stellen – genau so hat sie ihr Leben lang gehandelt. Sie hat sich eingesetzt für die Menschen, die ihr anvertraut waren – Schwestern ebenso wie Kinder, Kranke und Alte. Sie hat sie mit ihren Adlerglaubensflügeln zu Gott geführt, getragen. Immer hat sie über die Menschen gewacht, die ihr anvertraut waren, sie beschützt, gefordert und gefördert, damit sie dem immer ähnlicher wurden, was Gott in sie hineingelegt hatte.

Und der Große Adler hat ihr all das gelohnt …

Katharina – adlergleich …

STH