Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 24. August 2019

Adlergleich!!!


„Wer ADLER spielen will, darf nicht in Sorge sein,
ob ihm sein kleines Meisennest zerpflückt und zerstört wird.“
(Theodor Fontane) 

Was sagen Sie zu diesem Wort vom alten Fontane?
Da steckt viel Weisheit drin. 



Wer Adler SPIELEN will, der wird Sorge haben um sein Nest, weil er noch nicht erkannt hat, dass er Adler ist. Der Adler kennt kein Meisennest; sein Blick geht tiefer, weiter, höher. Der Adler kennt keine Sorge um irgendein Nest. 

Katharina Kasper wollte nie Adler spielen. Sie war dem Adler gleich. Sie breitete die Flügel aus, wusste sich getragen von der Liebe Gottes und seinem Heiligen Geist und flog der Sonne – Christus – entgegen. Katharina war dem Adler gleich, und damit hatte sie nur die Sorge, ihr Ziel aus dem Auge zu verlieren. Deshalb bat sie ihre Schwestern immer wieder:

„O beten Sie doch mal ganz viel für mich, dass ich doch in allem den heiligen Willen Gottes erfülle, auch für uns alle.“ (Brief 2) 

Versuchen Sie nie, Adler zu spielen. Sie sind ein Adler, wenn Sie sich von Gottes Liebe tragen lassen – der Sonne entgegen. Was kümmert den Adler das Meisennest?!
STH

 

Sonntag, 18. August 2019

Welche Frage stellen Sie?


„Ein Interview mit Gott“ – so heißt der Film, den ich mir letzte Tage angeschaut habe. Ein beeindruckender Film über Glaube und Spiritualität, ein Film, der mitreißt und zum Nachdenken anregt. Vor allem kommt man unwillkürlich dahin, sich selbst zu fragen: „Welche Frage würde ich Gott stellen, wenn er leibhaftig vor mir stünde?“ 

Nach dem Film fragte ich mich auch: Welche Frage würde Katharina Kasper stellen?

Bei der Antwort bin ich mir ziemlich sicher. Ihr Lebensinhalt war der Wille Gottes. Immer würde Katharina fragen: „Was ist dein Wille für mich? Was ist dein Wille für mich in dieser Situation, in dieser Zeit, in meinem Leben?“ In allem und überall geschehe der heilige Wille Gottes.“, so schrieb sie in fast allen ihrer Briefe. (Brief 14;27;29 u.a.) Sie sagte ja auch mal: „Den Willen Gottes tun ist nicht schwer; schwer ist, wenn man ihn nicht weiß.“ Gerade deshalb fragte sie immer wieder nach dem Willen Gottes. Und warum? Weil der Wille Gottes uns gut will, uns Leben schenkt, uns heil macht. 

Uns heute brennen ja meist Fragen nach dem Leid in der Welt, nach dem Bösen in der Welt auf der Zunge. Leid, Unheil, das Böse gab es auch in Katharinas Leben. Wie ist sie damit umgegangen? Sie hat nicht Gott dafür verantwortlich gemacht. Aber sie versuchte immer, einen Sinn darin zu sehen; denn Gott hätte das alles ja vermeiden können, wenn er gewollt hätte. Und so ermunterte sie dazu: „Die göttliche Vorsehung müssen wir beständig anbeten; der heilige Wille Gottes geschehe in allem und überall; damit wollen wir immer zufrieden sein.“ (Brief 67) – Sie kann auch sagen: „Aber gegen Gottes heiligen Willen müssen wir auch zufrieden sein, wie es der liebe Gott schickt. Die Ergebung in den heiligen Willen Gottes in allem ist ja dem lieben Gott das Wohlgefälligste.“ (Brief 251) 

„Ein Interview mit Gott“ – Wenn Sie diese Chance hätten, - welche Fragen würden Sie ihm stellen?
STH

Samstag, 10. August 2019

Das Du anbieten?


In den Ferien wurde ein Vortrag angeboten. Der Titel: „Hat Gott Ihnen schon einmal das Du angeboten?“ Ich bin nicht hingegangen. Aber der Titel hat mich beschäftigt. Warum? Weil er mich befremdet hat. 

Wann bieten Sie jemanden das Du an? Da muss die Chemie stimmen, nicht wahr? Da muss man sich gut verstehen.

Und wenn Sie einen Menschen lieben? Ich denke, dem muss ich kein Du anbieten. Da kommt das irgendwie wie von selbst. Da braucht es nicht den Aktes: „Ich biete dir das Du an.“ oder „Wollen wir nicht Du zueinander sagen?“ Das kommt automatisch. Da kann man gar nicht mehr bei einem Sie bleiben. 

Glauben Sie, Katharina Kasper hätte sich diese Frage gestellt: „Hat Gott mir sein Du angeboten?“ Sie wusste sich von Gott geliebt, und sie liebte ihn. Und deshalb war ihr ganz klar: 

„Ach, mein Gott, was könnte uns denn außer Dir noch glücklich machen? Gewiss nichts soll unser Herz beglücken, als Dich allein zu besitzen.“ (Brief 281) 

Und sie wusste: „Nur eins ist notwendig, nur eins kann die Seele glücklich in Gott machen, dass sie alles für Gott, mit Gott und durch den lieben Gott tut. Denn Gott allein ist gut (vgl. Mk 10,18), ihm allein, allein müssen wir angehören und ihm allein dienen (Mt 4,10).“ (Brief 18) 

Katharina war mit Gott auf Du und Du. Er musste es ihr nicht anbieten. Das regelte die Liebe …
(STH)

Samstag, 6. Juli 2019

Ferien sind ein Geschenk des Himmels


Das haben Sie sicher auch schon oft gedacht, nicht wahr? Einfach mal raus. Einfach mal nichts müssen, nur tun, wozu man Lust hat. Einfach mal loslassen.  

Katharina Kasper ist immer sehr darauf bedacht, dass die Schwestern Erholung machen. Sie weiß, wie wichtig das ist und ermahnt bei vielen Gelegenheiten dazu. Die Arbeit, die das Leben fordert, ist immer anstrengend – zu jeder Zeit, wenn auch immer anders. 

Einmal sagt sie: „Die Exerzitien mitzumachen ist Erholung für mich …“ (Brief 122) Exerzitien sind geistliche Übungen: Gebet, Schriftlesung, Meditation … Am besten kann sich Katharina mit Gott erholen, so könnte man sagen. Er ist es, der Ruhe schenkt, der neue Kraft und neue Energie gibt, der uns zu neuen Menschen macht, indem Er uns Speise gibt, die nicht verdirbt.  

Früher musste man in Schwesternhäusern Urlaub machen, wo der Tagesablauf vorgegeben und jede Gebetszeit „gesichert“ war. Heute kann ich hingehen, wohin ich will. Und wenn ich weiß, dass ich richtig Ferien nur mit Gott machen kann, werde ich erfinderisch, wie ich mein Leben mit Gott gestalten kann, wie ich Ihm vielleicht mehr Raum geben kann als es oft im Alltag möglich ist. 

„Die Exerzitien mitzumachen ist Erholung für mich …“ Das Gespräch mit Gott, das Bei-Gott-sein befreit und erholt. Ist das nicht ein wunderbares Geschenk? Denn dann kann ich die Ferien in den Alltag holen. Dann kann der Alltag ein bisschen Ferien sein. 

Wir könnten ja mal versuchen, ob uns das gelingt. 
STH
 


Zum Schluss noch ein Wort in eigener Sache:

Ich muss jetzt auch mal raus. Ich bin wirklich reif für die Insel. Am Donnerstag ist es soweit. Und ich darf für drei Wochen fort sein. In diesen drei Wochen werden Sie hier keinen neuen Post finden. Katharina gibt Ihnen aber noch ein wichtiges Wort mit in diese Urlaubszeit: 

„Wir haben es ja schon alle erfahren, das unsere Seele eher keine Ruhe findet, bis dass sie Ruhe gefunden in Gott. Um dahin zu gelangen, müssen wir recht üben das Gebet. Beten wir immer, beten wir allezeit, wie der hl. Apostel Paulus sagt, betet allezeit, möget ihr essen oder trinken, arbeiten und euch erholen, alles soll Gebet sein (vgl. 1 Kor 10,31). Wandeln wir so in Gottes Gegenwart, daß Sie alle Ihre Berufspflichten gut verrichten und der liebe Gott alles sehen kann. Suchen wir dem lieben Gott allein gefallen zu wollen, Seine Ehre zu fördern, so gelangen wir zur Vereinigung mit dem lieben Gott. Wir finden Frieden, Ruhe in unseren Seelen, Ergebung in den göttlichen Willen.“ (Brief 72)

 

Samstag, 29. Juni 2019

Sich Gott überlassen


Sie kennen das auch, da bin ich sicher: Ihnen wird eine neue Aufgabe übertragen, und Sie wissen natürlich nicht, was auf Sie zukommt. Damit ist eine gewisse Unsicherheit verbunden. Vielleicht sind da auch ein paar Ängste: Wie soll das gehen? Was wird da auf mich zukommen? Werde ich der Aufgabe gewachsen sein? Tausend Gedanken gehen da einem durch den Kopf. 

Auch Katharina Kasper sind solche Situationen nicht unbekannt. Auf sie kamen gerade immer wieder genug neue Situationen und Anforderungen zu. 

Sr. Martha wird das erste Mal Oberin und empfindet so, wie gerade beschrieben. Katharina schreibt ihr zu Beginn ihrer Tätigkeit und gibt diesen Rat: 

„Liebe Schwester Martha, ich gebe Ihnen den Rat für jede Stelle und jede Handlungsweise: dem lieben Gott sich überlassen, alles aus Liebe und zur Ehre Gottes tun zu wollen, so wird der liebe Gott Ihnen allezeit zu Hilfe kommen. Er wird Sie erleuchten, das Rechte zu erkennen, und stärken, dasselbe auszuüben; aber auch tröstet uns Gott. So gehen Sie denn in aller Demut und im Vertrauen auf Gott mit kindlicher Liebe von einem Tage zum andern weiter, und Sie werden sehen und erfahren, dass es besser geht und dass alles Schwere leicht wird …“ (Brief 169) 

Ich bin sicher: Genau so hat Katharina selbst gehandelt. Bei allem, was sie tat, hat sie immer nur Gott im Blick gehabt. Aus Liebe zu ihm tat sie das, was sie tun musste – und zu seiner Ehre. Und immer und bei allem überließ sie sich ihm – seiner Liebe, seiner Gnade. Und sie erfuhr seine Hilfe. Das wiederum hatte zur Folge, dass sie auch das schwerste Kreuz als Kreuzchen sehen und erfahren konnte. 

Wir sollten uns ihren Rat zu Herzen nehmen:

Gehen Sie denn in aller Demut und im Vertrauen auf Gott mit kindlicher Liebe von einem Tage zum andern weiter, und Sie werden sehen und erfahren, dass es besser geht und dass alles Schwere leicht wird …“ 

Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen – jeden Tag neu.
STH

Sonntag, 23. Juni 2019

Für wen hältst du mich?


„Für wen halten mich die Leute?“ (Lk 9,18) Diese Frage stellt Jesus seinen Jüngern. Und dann noch: „Für wen haltet ihr mich?“ (Lk 9, 20)

Diese Frage stellt Jesus ja auch einer jeden, einem jeden von uns: Für wen hältst du mich? 

Was hätte Katharina Kasper darauf geantwortet?
Ich glaube, nur auf den ersten Blick fällt die Antwort schwer, weil Katharina natürlich an keiner Stelle zu verstehen gibt: „Jesus ist für mich wie …“

Meiner Meinung nach geben ihre Gebete sehr viel Aufschluss darüber, für wen Katharina Jesus hält. Zwei ihrer Gebete möchte ich aufgreifen. 

„Ach, mein Gott,
was könnte uns denn außer Dir
noch glücklich machen?
Gewiss nichts soll unser Herz beglücken,
als Dich allein zu besitzen.
O Herr, sei mir Sünder barmherzig';
(Lk 18,13)
führe Du, mein Gott,
mich in das begonnene neue Jahr herüber.
Leite mich in und durch dasselbe durch Deine Gnade
nach Deinem Willen und Wohlgefallen.
(Brief 281) 

Dieses Gebet mag ich sehr. Es macht zunächst einmal deutlich, dass Katharina keinen Unterschied macht zwischen Gott und Jesus; d.h. also für sie ist Jesus Gott. Und dieser Jesus kann das menschliche Herz so glücklich machen, dass es nichts anderes begehrt oder verlangt. „Ihn allein besitzen“ – das gelingt nur dem liebenden, betenden Herzen, das Gott sucht und sich ihm hingibt. Weiter ist dieser Jesus der, der das gläubige Herz führt, leitet, begleitet. Da dies durch seine Gnade geschieht, kann nichts schiefgehen. 

Für wen hält Katharina Jesus?
Er ist für sie Lebensinhalt. Er ist für sie Lebensziel. Er ist ihr Leben. Sie selbst bringt dies auf den Punkt, wenn sie betet: 

„Mein Jesus, mein alles,
Mein Jesus, mein Leben.
Mein Jesus, mein Gewinn.
Mein Jesus soll ganz mein sein,
und ich will ganz Dein sein.
O mein Jesus, meine Liebe!“
(Brief Nr. 97)

Ein schöneres Gebet gibt es nicht.
(STH)

Samstag, 15. Juni 2019

Katharinas Grundhaltung macht das Leben leichter


„Hier geht es noch gut.“ – „Sonst ist noch so ziemlich alles beim alten.“ (Brief 229) 

Eine solche Aussage kommt in ganz vielen Briefen von Katharina Kasper vor. Und wenn man dann den Gesamtbrief liest, dann kann man nur staunen. In diesem Brief ist die Rede davon, dass Katharinas Bruder Josef, der auf der Ökonomie arbeitete, gestorben ist. Da ist die Rede von „viel Arbeit und Sorge“ und von fehlenden Schwestern, so dass nicht alle Anfragen bedient werden können. 

Und trotzdem: „Hier geht es noch gut.“ – „Sonst ist noch so ziemlich alles beim alten.“ (Brief 229) 

Wie geht das? Ich glaube, das hat mit Katharinas Grundhaltung zu tun: „Nichts kommt von ungefähr; alles kommt vom Höchsten her.“ (Brief 105) Das ist ihre Haltung. Das heißt: Was geschieht, ist nicht unbedingt Gottes Wille. Aber er lässt es zu. Und wenn er es zulässt, dann hat das Bedeutung:

  1. Dann hat das Ganze einen Sinn, auch wenn ich ihn jetzt noch nicht erkennen kann.
  2. Dann will er mir mit dem, was geschieht, etwas sagen.
  3. Dann lässt er mich in dieser Situation nicht allein. 
Wie ging Katharina mit Stress-Situationen um? Eines ist sicher: Sie klagte nicht, sie lamentierte nicht, sie resignierte nicht. Ganz im Gegenteil. Ihre Schwestern erfuhren teilweise erst im Nachhinein, wie schlimm eine Situation wirklich gewesen war. Katharina blieb der Fels in der Brandung, die alles zu zerstören drohte; sie blieb ruhig. Sie wusste: Nur das geschieht, was Gott will. Ja, und das wollte sie letztlich annehmen. 

Denn: Was Gott will, ist letztlich nur gut für uns – davon war sie überzeugt. Gott will für uns das Heil, wenn auch manchmal über vermeintliche Umwege. Deshalb ist Katharina sicher: „Hier geht es noch gut.“
(STH)