„Die heilige Fastenzeit
hat schon ihren Anfang genommen sowie der Monat März, welcher ja dem hl. Josef
geweiht ist. O welche Gnadenzeit für uns. Benutzen wir doch ja diese heilige
Zeit gut; machen wir uns der Gnaden recht würdig, indem wir treu dem Herzen
Jesu dienen. ... wir wollen nicht stehen bleiben bei dem
Betrachten des Leidens Jesu und dem Tugendbeispiel des heiligen Josefs, nein,
wir wollen tatkräftig nachahmen dem Beispiele Jesu und das Kreuz täglich auf uns
nehmen und unserm göttlichen Heilande nachfolgen.“ (Katharina Kasper im Brief 68)
Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...
Samstag, 4. März 2017
Samstag, 25. Februar 2017
Freude öffnet das Herz
Mich hat es ordentlich
erwischt, so dass ich den Weg zum PC nicht fand, um pünktlich zum Blog da zu
sein. Aber ganz ohne Katharina Kasper geht es doch nicht, nicht wahr?
„Freude öffnet, Traurigkeit verschließt das Herz.“ (Franz von Sales)
„Freude ist ein Zeichen, dass man dem Licht nahe ist.“ (Edith Stein)
Das sind nur zwei von
unzähligen Aussagen zur Freude. In diesen Tagen ist Freude ja angesagt. Freude
hat viele Gesichter, - eigentlich so viele wie es Menschen gibt. Aber ein
Maßstab für echte Freude, für wahre Freude sind sicher die beiden Aussagen von
Franz von Sales und Edith Stein.
Auch Katharina Kasper spricht
oft von der Freude. Bei ihr hat die Freude noch einmal einen anderen, ganz
eigenen Akzent. Ich füge zwei Aussagen an. Denken Sie einfach mal darüber nach –
vielleicht am Ende der närrischen Tage, wenn alles vorbei ist, aber „Katharinas
Freude“ bleibt.
„… der Herr wird Sie und Ihr Wirken segnen. Wir werden
glücklich in diesem Leben und, wir wollen hoffen, selig in der Ewigkeit. Wir
wollen täglich beten, damit wir alle und allezeit unser Glück und Freude im [Leben]
finden.“ (Brief 218)
„Kinder,
wir müssen fromm beten, damit der heilige Wille Gottes geschehen möge in der
ganzen Gemeinschaft, an allen … bis zur kleinsten Handlungsweise. Das Glück in
Gott suchen und finden, ist wahres Glück, Friede und Freude an der Erfüllung
des heiligen Willens Gottes.“ (Brief 271)
Viel Freude und –
treiben Sie es nicht zu doll!
Samstag, 18. Februar 2017
Lieder erzählen aus dem Leben
Es gibt eine ganze Reihe
Lieder von, über oder auch zu Katharina
Kasper. Sie haben eingängige oder auch sehr schwere Melodien, manchmal auch
Melodien, die zu Ohrwürmern werden. Es sind Lieder für Schwestern, für Freunde
und Verehrer Katharinas, für Begeisterte. Alle Texte haben eines gemeinsam: Sie
erzählen aus dem Leben Katharinas. Das allerdings geschieht sehr
unterschiedlich. Manchmal versteht man sofort, was gemeint ist, manchmal wird
vieles nur angedeutet, manchmal werden einfach andere Worte gebraucht.
Dieses Lied hier ist ein
Kinderlied: „Katharina – Ich sag Du“.
Es ist erst ein paar Jahre alt, aber gerade Kinder mit einer leichten
Behinderung schmettern es mit Begeisterung. Und in jeder Strophe wird etwas
aufgegriffen, was aus Katharinas Leben erzählt: die Tasche, der Birnbaum, die
Schuhe, das Pausenbrot, die Liebe zum Nächsten.
Es hat eine schöne Melodie. Vielleicht singen Sie es auch mal?
STH
Samstag, 11. Februar 2017
Resignation ist nicht ihrs
„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ (peb) Diese Aussage machte unser Hausgeistlicher
letztens in einer seiner Ansprachen.
Resignation – was ist das? In
Wikipedia kann man lesen: „kapitulieren;
… bezeichnet etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts die menschliche Haltung bzw.
Gestimmtheit des Sichfügens in einer unausweichlichen Situation, z. B. aus
(gefühlter) Aussichtslosigkeit“. Eine weitere Definition: „das Aufgeben aller Hoffnung, weil man von etwas enttäuscht ist“.
„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ Eine solche Aussage setzt ja schon mal voraus, dass der Mensch Flügel
hat. Er kann die Niederungen des Alltags verlassen und sich in den Himmel
absetzen. Und dort ist die Freiheit grenzenlos – aber nicht nur die Freiheit…
Haben Sie schon mal resigniert? Katharina Kasper
kennt die Resignation nicht. Für sie ist keine Situation aussichtslos. Sie weiß
ja, dass Gott mit ihr ist, in jeder Situation – auch den ganz schwierigen –
ganz gegenwärtig. Katharina weiß, was Enttäuschung ist und bedeutet. Aber nie
käme sie auf die Idee, zu kapitulieren oder gar die Hoffnung aufzugeben.
Als Sr. Armella die Gemeinschaft verlässt – sie ist
ein großer Hoffnungsträger der Gemeinschaft – schreibt Katharina: „Ich fasse mich bei solchen Ereignissen
kurz und sage mir gleich, der heilige Wille Gottes möge geschehen. Man muss die
Vorsehung anbeten und sich ruhig der Gnade des Herrn unterwerfen. Erst später
wird es uns klar werden, warum solche Prüfung vom lieben Gott zugelassen
wurde.“ (Brief 16)
Als der Kulturkampf die
Existenz der Gemeinschaft in Frage stellt, erinnert Katharina: „Hier geht noch alles in gewöhnlicher
Weise. Wie lange wir noch in der dunklen Nacht wandeln, ist dem lieben Gott
allein bekannt. Das eine wissen wir ja allezeit, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten gereichen (vgl. Röm
8,28). Wir wollen ruhig in unserm
heiligen Berufe fortwirken und leben, solange es uns vergönnt ist. Eine kurze
Zeit gekämpft, geduldet und dafür ein unzerstörbares Glück in der Ewigkeit, in
Gott und dem schönen Himmel. Viel wollen wir für- und miteinander beten, sowie
für alle lieben Schwestern der ganzen Genossenschaft und ihre Anliegen.“
(Brief 10)
Als der Spiritual Wittayer
nach der päpstlichen Anerkennung der Gemeinschaft seine Rechte nicht aufgeben will,
der Generaloberin nicht selten das Leben schwer macht, sie sogar beim Bischof
ungerechtfertigter Weise anklagt, da bleibt Katharina ganz ruhig, spricht nie
darüber und verhält sich ihm gegenüber ganz loyal. Nach seinem Tod schreibt sie
an ihre Schwestern: „Das Jahr 81 war ja
ein Jahr harter Prüfungen, wo der liebe Gott große Opfer verlangt hat. Er hat
uns ja unsere größte Stütze auf dieser Welt genommen, unsern geistlichen Vater,
unter dessen Schutz und Leitung wir so viele Jahre gestanden haben, von dem wir
geleitet, geführt und geschützt waren. Der Herr wird ihn dafür gelohnt haben.
Und wir, meine lieben Schwestern, glauben ja an ein unsterbliches Leben, an
eine ewige Seligkeit, an eine Auferstehung.“ (Brief 67)
„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ Das Vertrauen in Gott aber verhindert die Resignation.
Wie sagt doch Katharina: „Haben wir doch
ganz besonders ein großes Gottvertrauen auf Gottes Macht und Barmherzigkeit,
und wir werden nicht zu Schanden werden.“ (Brief 45)
STH
Samstag, 4. Februar 2017
Sie lebt – und wie!

Diese Todesanzeige ist die
Kopie des Originals. Heute fiel sie mir in die Hände. Am 01. Februar haben wir
den Gedenktag der seligen Katharina Kasper gefeiert. 119 Jahre ist es her, dass
sie gestorben ist. Und sie ist heute noch so lebendig wie in ihren aktiven
Lebensjahren. Das zeigte sich auch am 01. Februar.
Es hat schon Tradition, dass
wir diesen Tag mit der Pfarrgemeinde zusammen feiern. Nach einer Statio in der
Pfarrkirche geht es in einer Lichterprozession zur Klosterkirche, wo die große
Danksagung gefeiert wird. Die Klosterkirche war rappelvoll, und der Kirchenchor
gestaltete die Heilige Messe wunderschön. Anstelle der Predigt gaben drei
unserer indischen Schwestern ein kurzes Statement: Wie haben sie Katharina
Kasper kennengelernt, und was bedeutet sie ihnen? Auch da wurde auf
beeindruckende Weise deutlich, wie lebendig Katharina noch heute ist – auch in
Indien, einem Land, das sie selbst nie gesehen hat.
Übrigens, in der Statio wurde
uns ein Wort von Katharina mitgegeben – das ist heute auch noch so aktuell wie
damals 1872: „Nur Mut und in aller Demut
mit großem Gottvertrauen ruhig der Zukunft entgegengehen.“ (Brief 23)
Samstag, 28. Januar 2017
Geduld – eine Tugend
Geduld ist nicht jedermanns
Sache. Geduld hat mit Ausdauer zu tun, mit Hartnäckigkeit, mit Unnachgiebigkeit.
Ein geduldiger Mensch ist bewundernswert. Ein geduldiger Mensch erreicht in der
Regel eine Menge. Er gibt nicht klein bei und nicht vorschnell nach. Ein
geduldiger Mensch hat Ausdauer.
Sind Sie ein geduldiger
Mensch?
Ich glaube, Katharina Kasper ist
ein sehr geduldiger Mensch. Wenn man ein solches Vertrauen in Gott hat wie es
Katharina hat, dann muss man auch sehr viel Geduld haben, denn Gott hat einen
langen Atem. Geduld ist einer der Namen Gottes. Vor allem hat er Geduld mit
einer jeden, einem jeden von uns armseligen Menschlein.
Für Katharina ist die Geduld
eine Tugend. „Wollen wir dahin gelangen“
[glückselig sein] … so müssen wir fromm beten, fleißig arbeiten, … besonders im
Geist der Buße die täglich sich darbietenden allseitigen Abtötungen üben,
besonders uns befleißigen der Tugenden der Demut, Geduld, Sanftmut und Liebe.“
(Brief 25) Katharina stellt also die Geduld auf die gleiche Ebene wie die
Liebe. Sie ist sich ganz sicher, weil sie es selbst oft und oft erfahren hat: „Es kann ja auch nie schlecht gehen, wenn
wir alles als von Gott kommend betrachten und aus Liebe zu Gott alles tragen
und dulden. Für seine eigene Person muss man alles hinnehmen, ertragen; die am
meisten sich in der Geduld üben, haben es am besten. Alles aus Liebe zu Gott,
mit Gott und für Gott.“ (Brief 108)
Gott hat einen langen Atem, - diese
Erfahrung haben wir alle schon mal gemacht und nicht selten schmerzlich.
Katharina geht es da nicht anders, das wissen wir aus ihrer Biographie. Und
doch bleibt sie da ganz gelassen – und ist uns damit Vorbild.
„Was
man nicht ändern kann“, so pflegte sie zu sagen, „muss man ruhig gehen lassen; der liebe
Gott hat seine Zeit, man darf dem lieben Gott nicht vorarbeiten wollen, sondern
muss warten, bis seine Stunde gekommen ist.“ (Aufzeichnungen aus dem Leben
Katharina Kaspers von Sr. Corona Nr. 165)
Versuchen wir doch mal so zu leben.
Ich glaube, wir könnten viel gelassener durch unseren Alltag gehen.
STH
Samstag, 21. Januar 2017
Die Zeiten ändern sich
Das ist ja wohl eine
Binsenweisheit. Eigentlich jeden Tag erleben wir das. Meistens ist die Aussage „Die
Zeiten ändern sich“ positiv gemeint. In der Regel sind wir froh, wie es heute
ist und sehnen die Vergangenheit nicht herbei.
Als ich in den 80ger Jahren
eingetreten bin und so manche Geschichten – Klostergeschichten – aus den 20ger,
30ger, 40ger, 50ger Jahren hörte, die durchaus Realität gewesen waren, konnte
ich nur staunen. Nicht selten bemerkte ich dann: „Bei Katharina wäre das sicher
anders gewesen“ oder „Katharina hätte sicher ganz anders gehandelt“. Seit uns
Katharina Kaspers Briefe zugänglich sind, bin ich oft bestätigt worden. Ein Beispiel
möchte ich hier aufzeigen.
Früher – also in den 20er,
30ger, 40ger, 50ger Jahren – war es so, dass eine junge Frau, die in die
Gemeinschaft eintrat, nie mehr nach Hause kam, nur zur Beerdigung der Eltern.
Letzteres ist ja ziemlich unsinnig, nicht wahr? Oft habe ich gedacht: „Ich kann
mir nicht vorstellen, dass Katharina eine solche Regel erlassen hat.“
Katharina gab diese Erlaubnis
trotz der Gefahr, dass dies ausgenutzt werden konnte. Mit Sr. Hedwig musste sie
diese Erfahrung machen.
„Schwester Hedwig ist noch immer nicht hier und hat
geschrieben, sie habe Erlaubnis vom Mutterhaus zu bleiben und ihre Mutter zu
pflegen. Also trotzdem, dass ihre Verwandten hierher geschrieben, nachdem Schw.
Hedwig abgereist war, sie brauche nicht zu kommen, die Mutter sei besser. Nun
ist sie schon drei Wochen von hier.“
(Brief 44)
Dieses Beispiel zeigt
Katharinas große Offenheit und Weite, ihre Geduld und Nachsicht. Gerne wüsste
ich, wie Sr. Hedwigs Geschichte weiterging. Das konnte ich allerdings nicht
erfahren. Nur so viel: Sr. Hedwig machte 1867 Profess; als Katharina diesen
Brief schreibt, ist sie 33 Jahre alt. Sie stirbt 1909. Ganz sicher hat diese
Erfahrung mit ihrer Generaloberin sie positiv geprägt.
Und wir können sagen: Die
Zeiten ändern sich – immer wieder.
(STH)
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