Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 18. August 2012

Maria Himmelfahrt – Gründungstag der ADJC

Der 15. August 1851 ist für Katharina Kasper ein ganz besonderer Tag. Das Hochfest Maria Himmelfahrt ist seitdem ein bedeutender Tag für ihre Gemeinschaft.


An jenem Tag werden Katharina und ihre ersten Gefährtinnen von ihrem Haus – dem kleinen Klösterchen – von Bischof Peter Josef Blum persönlich abgeholt. Viele Dernbacher schließen sich ihnen in großer Freude an. Die Prozession macht sich auf den Weg nach Wirges, das etwa zwei Kilometer entfernt ist und zu dessen Pfarrei Dernbach gehört. In einem feierlichen Gottesdienst legen die fünf Frauen ihre Gelübde ab. Nun sind sie Ordensleute – Arme Dienstmägde Jesu Christi.

Dieser Tag – der 15. August 1851 – ist der Gründungstag der Gemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi. Immer ist Katharina davon überzeugt, dass der eigentliche Gründer ihrer Gemeinschaft Gott ist; sie selbst ist nur Werkzeug in seiner Hand. „Gott hat die Gemeinschaft ins Leben gerufen, dieselbe gegründet und ihr seinen Geist gegeben, den wir uns aneignen sollen.“ (Brief 155)
Dieses Bewusstsein trägt sie ihr ganzes Leben lang. Die Schwestern erinnert sie immer wieder daran, selbst offen zu sein für Gott und sein Wirken in ihrem Leben. Dann wird Großes möglich.

Dankbarkeit prägt Katharina Kasper – Dankbarkeit für die Gemeinschaft, Dankbarkeit für die eigene Berufung zu dieser Gemeinschaft. Sie weiß, dass alles Geschenk ist, göttliche Gnade. Zum 25jährigen Bestehen der Gemeinschaft schreibt sie an ihre Schwestern: „Gott wollen wir danken, dass er in seiner unendlichen Liebe, Güte und Barmherzigkeit unsere Gemeinschaft hervorgerufen durch seine heilige Kirche, uns zu derselben berufen durch seine Gnade und Liebe und mit der Fülle seiner Gnaden überhäufte im allgemeinen und eine jede insbesondere.“ (Brief 50)
STH

Samstag, 11. August 2012

Ferien im Alltag

Ferien sind ein Geschenk des Himmels. Das musste ich in den vergangenen drei Wochen oft dankbar denken. Einfach mal raus. Einfach mal nichts müssen, nur tun, wozu man Lust hat. Einfach mal loslassen.

Katharina Kasper ist immer sehr darauf bedacht, dass die Schwestern Erholung machen. Sie weiß, wie wichtig das ist und ermahnt bei vielen Gelegenheiten dazu. Die Arbeit, die das Leben fordert, ist immer anstrengend – zu jeder Zeit, wenn auch immer anders.

Einmal sagt sie: „Die Exerzitien mitzumachen ist Erholung für mich …“ (Brief 122) Exerzitien sind geistliche Übungen: Gebet, Schriftlesung, Meditation … Am besten kann sich Katharina mit Gott erholen, so könnte man sagen. Er ist es, der Ruhe schenkt, der neue Kraft und neue Energie gibt, der uns zu neuen Menschen macht, indem Er uns Speise gibt, die nicht verdirbt.

Früher musste man in Schwesternhäusern Urlaub machen, wo der Tagesablauf vorgegeben und jede Gebetszeit „gesichert“ war. Heute kann ich hingehen, wohin ich will. Und wenn ich weiß, dass ich richtig Ferien nur mit Gott machen kann, werde ich erfinderisch, wie ich mein Leben mit Gott gestalten kann, wie ich Ihm vielleicht mehr Raum geben kann als es oft im Alltag möglich ist.

„Die Exerzitien mitzumachen ist Erholung für mich …“ Das Gespräch mit Gott, das Bei-Gott-sein befreit und erholt. Ist das nicht ein wunderbares Geschenk? Denn dann kann ich die Ferien in den Alltag holen. Dann kann der Alltag ein bisschen Ferien sein.

Wir könnten ja mal versuchen, ob uns das gelingt.
(STH)

Samstag, 4. August 2012

Der Herr heilt

„… Soeben kommt Ihr zweiter Brief hier an, welcher uns den Tod unserer guten Schwester … anmeldete. Es tut mir leid, ja sehr leid, aber es ist so der heilige Wille Gottes, und damit wollen wir zufrieden sein. Schlägt der Herr auch Wunden, so heilt er sie auch wieder; so wollen und müssen wir denken. … Wir müssen unsere Schwächen gegenseitig ertragen. Heute erhielt ich Nachricht von Rom, dass unsere Statuten bald als genehmigt zurückkommen würden. Nicht wahr, eine unverdiente Gnade. So geht Freud und Leid allezeit miteinander. Dem Herrn sei Dank für alles. Sein heiliger Wille möge geschehen in allem und überall und zu jeder Zeit, in mir, an mir und durch mich, so wollen wir allezeit sagen. Kreuz ist doch kein schlimmes Zeichen, sondern vielmehr ein gutes Zeichen. Fahren wir denn fort, beständig uns Gott und Seiner Gnade zu unterwerfen. … Der liebe Gott sei unsere Stärke, unser Licht und unser Trost. Sonst noch alles beim alten hier, aber soviel Arbeit zu besorgen, wie noch nie. Ich schließe und befehle Sie mit allen lieben Schwestern den heiligsten Herzen Jesu und Maria …“
(Auszug aus Brief 163)

Samstag, 28. Juli 2012

Alles für Gott

„… Ich habe mir vom Anfang der Gemeinschaft an manchmal Sorge gemacht, es ginge zu gut mit der Gemeinschaft, und wenn ich dann alles überdachte, so fand ich doch, dass es manche Beschwerde zu tragen gegeben hat. So geht es auch heute noch. Einerseits führt uns der liebe Gott wie Kinder, schützt uns so väterlich. Auf der anderen Seite gibt er uns auch manches gute Tröpfchen zu verschlucken, um uns zu zeigen, dass er uns liebt. Wir suchen uns recht anzueifern zum Gebete für die Gemeinschaft, ihre Mitglieder, dass sie sich heiligen, und für alle Werke und Handlungen, damit alles zur Ehre Gottes geschehen möge. Mit einem Wort: alles für Gott, mit Gott und in Gott. … Wir leben und gehören ja zu einer Gemeinschaft, zu einer Familie. Fahren wir fort, uns besonders geistige Geschenke zu machen durch Gebet und Abtötung. … Sonst geht noch alles gut hier, obwohl täglich viel Arbeit und Sorgen sich aufdrängen. Alles für Jesus, so zu denken ist genug. …“
(Auszug aus Brief 139)

Samstag, 21. Juli 2012

Ruhe in Gott

„… Wir haben es ja schon alle erfahren, dass unsere Seele eher keine Ruhe findet, bis dass sie Ruhe gefunden in Gott. Um dahin zu gelangen, müssen wir recht üben das Gebet. Beten wir immer, beten wir allezeit, wie der hl. Apostel Paulus sagt, betet allezeit, möget ihr essen oder trinken, arbeiten und euch erholen, alles soll Gebet sein (vgl. 1 Kor 10,31). Wandeln wir so in Gottes Gegenwart, dass Sie alle Ihre Berufspflichten gut verrichten und der liebe Gott alles sehen kann. Suchen wir dem lieben Gott allein gefallen zu wollen, Seine Ehre zu fördern, so gelangen wir zur Vereinigung mit dem lieben Gott. Wir finden Frieden, Ruhe in unseren Seelen, Ergebung in den göttlichen Willen. Ja, dann leben wir in Frieden miteinander, mit unseren Pflegebefohlenen und mit allen Menschen, mit denen wir durch unseren Beruf zusammengeführt werden. Dann werden wir sagen: Der heilige Wille Gottes ist und soll mein Alles sein. …“
(Auszug aus Brief 72)

Samstag, 14. Juli 2012

Meine Gnade genügt dir

Schwächen und Begrenzungen haben wir alle. Schwach sind wir auch alle – der eine in dieser, der andere in jener Hinsicht. Wir müssen damit leben, damit umgehen lernen. Aber sind Sie schon einmal auf die Idee gekommen, sich Ihrer Schwachheit zu rühmen? Paulus tut das. Er rühmt sich seiner Schwachheit, er bejaht alle Begrenzungen und Nöte, „damit die Kraft Christi auf mich herabkommt“ (vgl. 2 Kor 12,9). Wie das? Der Herr selbst hat ihm zugesprochen: „Meine Gnade genügt dir.“ (2 Kor 12,9)

Und das spricht er jeder und jedem von uns zu. „Meine Gnade genügt dir.“ Diese Zusage schenkt eine ganz große Ruhe und Gelassenheit.

Katharina Kasper ist sich ihrer Schwachheit bewusst. Noch mehr aber weiß sie um die Gnade Gottes, die ihr geschenkt ist. Deshalb kann sie immer wieder sagen: „Hier geht es noch gut mit der Gnade Gottes.“ (Brief 4) Dieses Gnadengeschenkes ist sie sich sicher. Von daher kann sie sagen: „Ohne die Gnade vermögen wir nichts.“ (Brief 136)

Und wie Paulus macht sie immer wieder neu die Erfahrung: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (2 Kor 12,10) Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen auch.

[ Noch ein Wort in eigener Sache. Ich mache für drei Wochen Ferien. Da ich keine Zeit hatte, Posts auf Vorrat zu texten, lasse ich in den nächsten Wochen Katharina Kasper selbst zu Wort kommen. Lassen Sie einfach mal die Briefauszüge auf sich wirken. Ich finde das immer wieder spannend – und auch so lernt man diese wunderbare Frau immer besser kennen. ]
STH

Sonntag, 8. Juli 2012

Was kann alles nützen …

„Was kann alles nützen, wenn unsere eigene Heiligung vernachlässigt würde?“ (Brief 150) Auch diese Frage von Katharina Kasper macht deutlich, wie wichtig ihr die eigene Heiligung ist. Wenn man die Bibel mal gezielt durchforstet, dann wird deutlich, dass diese Haltung ganz biblisch ist. Da gibt es nicht nur die Aufforderung, den Auftrag, heilig zu sein (vgl. Lev 19,1). Bei Paulus finden wir auch die Zusicherung, dass Gott schon den ersten Schritt zu unserer Heiligung gemacht hat: „In Christus hat Gott uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott.“ (Eph 1,4)

Wenn die eigene Heiligung so wichtig ist, was können wir denn dazu tun, dass wir heilig werden? Zum einen sollen wir beten. Das rät der Apostel Paulus, dazu fordert auch Katharina immer wieder auf: „Beten wir mit- und füreinander für die Heiligung …“ (Brief 223) Aber sie weiß auch, wir müssen „arbeiten an unserer eigenen Heiligung“ (Brief 137). Und wie geht das???

Für den Apostel bedeutet das zuerst einmal ein tadelloses Leben zu führen, moralisch einwandfrei. Der Apostel Johannes erwartet noch mehr: „Jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Jeder, der dies von ihm erhofft, heiligt sich, so wie er heilig ist.“ (1 Joh 3, 2-3)

Und Katharina? Sie rät zunächst einmal, alles, was geschieht und was auf uns zukommt, zu „nehmen aus der Hand des Herrn als Mittel zu unserer Heiligung“ (Brief 73). Nichts von dem, was geschieht, ist sinnlos, nichts ist Zufall, - alles kommt von Gott. Wenn es uns gelänge, unseren Alltag so zu leben, - wir hätten bestimmt eine ganz große Gelassenheit.

Für Katharina gehört zum Streben nach Heiligkeit auch, dass „jede gut und fromm betet und ihre täglichen Fehler ablegt und sich bemüht, die kleinen Fehler gut zu machen durch Gebet sowie durch die Treue im Kleinen …“ (Brief 111). Eigentlich simpel, oder? Und doch wissen wir alle aus der täglichen Erfahrung, wie schwer das ist. Gerade die Vergebung hat ja mit Demut zu tun, manchmal mit Leid, sicher auch schon mal mit Kreuz.

Katharina bleibt ganz nüchtern und voller Zuversicht auf den Herrn: „Wir wollen den Mut nicht verlieren und den heiligen Willen Gottes in allem erfüllen. Kreuz und Leiden sind ja notwendig zur Heiligung.“ (Brief 16)

Nun denn, gehen wir mutig unsere Aufgabe an …
STH