Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 25. März 2017

Siehe, ich bin die Magd des Herrn


Heute feiern wir das Hochfest „Maria Verkündigung“. Für meine Gemeinschaft ist dies nach dem Gründungsfest das wichtigste Fest überhaupt, nämlich das so genannte Titularfest. Von diesem Fest leitet sich der Name meiner Gemeinschaft ab. 

Gabriel, der Engel des Herrn, wird zu Maria gesandt und verkündet ihr, dass sie ein Kind empfangen wird – den Sohn Gottes. Maria hat keine Angst, als der Bote Gottes mit dieser Neuigkeit vor ihr steht. Ihre Antwort ist ganz Hingabe: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ (Lk 1,28) Von dieser Antwort also leitet sich unser Name ab: Arme Dienstmägde Jesu Christi.

 


Katharina Kasper selbst erzählte mal ihren Schwestern, dass ihr am Heilborn, der Muttergotteskapelle vor Dernbach, geschenkt wurde, dass sie ihrer Gemeinschaft diesen Namen geben sollte.  

„Ich wünsche von Herzen, daß wir alle als Dienstmägde Christi wirken und leben, als Dienerinnen des Herrn unsere eigene Heiligung erreichen.“ (Brief 14) So oder so ähnlich schreibt sie oft ihren Schwestern; denn der Name ist schon eine Herausforderung, für die, die ihn tragen. Und er ruft – damals wie heute – nicht selten Kopfschütteln und Unverständnis hervor. Vielleicht liegt das daran, dass er auch eine gewisse Provokation darstellt …!? 

Auf jeden Fall ist sich Katharina ganz sicher – und vermittelt dies auch ihren Schwestern:  „Leben und streben wir so, wie es eine wahre Dienstmagd Christi tun soll, so werden wir glückselig sein in der Zeit und Ewigkeit.“ (Brief 25) Ist dies nicht – trotz aller Herausforderung und Provokation - eine wunderbare, herrliche Prophezeiung? 

Feiern Sie mit uns! Das Hochfest „Maria Verkündigung“ ist für die ganze Christenheit von unvorstellbarer Bedeutung. Was wäre gewesen, wenn Maria nicht Ja gesagt hätte?
(STH)

Samstag, 18. März 2017

Kreuz tragen aus Liebe zu Gott


Wir befinden uns noch in der vorösterlichen Bußzeit, in der so genannten Fastenzeit. Im 19. Jahrhundert gab es in der katholischen Kirche strenge Fastenvorschriften, die natürlich für alle Katholiken galten.  

Immer wieder begegnen wir der großen inneren und auch äußeren Freiheit Katharina Kaspers. Auch im Blick auf das Fasten. Sie weiß genau, was die ihr anvertrauten Schwestern leisten müssen. Sie weiß genau, dass diese Fastenvorschriften schlicht überfordern würden. Schon damals beschränkt sie das Fasten nicht auf Essen und Trinken; schon damals weitet sie es aus und ist mit ihrer Vorstellung vom Fasten ganz modern und noch immer hochaktuell. 

1892 schreibt sie an einen Konvent in England: „Wir können ja die Fasten nicht so gut halten. Aber wir wollen uns denn umso mehr bemühen, alle Beschwerden und Mühen innerlich und äußerlich, Leiden, Kämpfe und Versuchungen sowie alles, was uns Leiden verursacht, gerne ertragen und entsagen.“ (Brief ) Ein andermal schreibt sie: „Wir wollen uns bemühen, die Fastenzeit gut zuzubringen, die Beschwerden und Mühseligkeiten, die sich so täglich ergeben, in Geduld anzunehmen und gerne zu ertragen aus Liebe zu Gott.“ (Brief ) So versteht Katharina die Fastenzeit. Aber ist das nicht eine noch größere Herausforderung als auf Essen und Trinken zu verzichten? 

Für Katharina Kasper sind Kreuz und Leiden eine Realität, die zum Menschsein dazugehört. Sie lässt sich aber von dieser Realität nicht negativ beeindrucken, herunterziehen oder sogar kaputtmachen Ganz im Gegenteil. Sie sieht tiefer und erkennt in Kreuz und Leiden Segen und Gnade. Der liebe Gott hat uns auch gesegnet mit mancherlei Kreuzen, großen und kleinen so wie es ihm gefiel.“ (Brief 105) – „Kreuz und Leiden sind ja Gnadenerweise Gottes.“ (Brief 81) 

Katharina kann uns auch da ein Vorbild sein.
STH

 

Samstag, 11. März 2017

Taborstunden


Hatten Sie schon mal eine Taborstunde? „Was ist das denn?“ fragen Sie jetzt vielleicht. Jesus nahm drei seiner Jünger mit auf den Berg Tabor, wurde vor ihren Augen verklärt und als Gottes geliebter Sohn geoffenbart. Diese Erfahrung war so stark, dass Petrus sie festhalten wollte. „Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich Hütten bauen …“ (Mt 17,4) Gotteserfahrung kann aber auch Angst machen, weil sie Forderungen an uns stellt: „Auf ihn – meinen geliebten Sohn - sollt ihr hören.“ (Mt 17, 5) Tabor verwandelt auch die Jünger.

 
Hatten Sie schon mal eine Taborstunde? Ich bin sicher, dass Sie schon Taborerfahrungen gemacht haben. Wenn wir offen sind für Gottes Wort, wenn wir in der Eucharistie oder im Abendmahl den Leib Christi empfangen, wenn wir im Nächsten Gott begegnen - dann werden wir verklärt und verwandelt. Das müssen keine spektakulären Ereignisse oder Erfahrungen sein, die uns zu Boden werfen, wie dies bei den Jüngern der Fall war. Es reicht das Glücksgefühl „Es ist gut, dass ich hier bin. Hier will ich bleiben.“ 

Sie haben schon Ihre Taborstunde erlebt, nicht wahr? Und ganz sicher haben Sie auch die Erfahrung gemacht, dass die Taborstunde – die lichtvolle Erfahrung – mit dem Dunkel verbunden ist. Katharina Kasper spricht dreimal in ihren Briefen von Tabor; und dreimal heißt es: „Wir müssen ja zuerst den Weg des Kreuzes gehen, eh wir den Weg auf Tabor finden.“ (Band 1, Briefe 23, 210,211) Nur wenn wir das Dunkel erlebt haben, erkennen wir das Licht. Nur wenn wir das Kreuz erfahren haben, wissen wir Tabor zu schätzen. Und leider können wir, wie die Jünger, nicht auf Tabor bleiben, so schön es auch ist. Wir müssen in die Niederungen des Alltags zurück. Aber dieses Tal kann uns nicht so schnell wieder einholen, weil Tabor uns – wie Katharina Kasper sagt – zum inneren Frieden in Gott und zur Seelenruhe“ geführt hat.
(STH)

Samstag, 4. März 2017

Fastenzeit = Gnadenzeit


„Die heilige Fastenzeit hat schon ihren Anfang genommen sowie der Monat März, welcher ja dem hl. Josef geweiht ist. O welche Gnadenzeit für uns. Benutzen wir doch ja diese heilige Zeit gut; machen wir uns der Gnaden recht würdig, indem wir treu dem Herzen Jesu dienen. ... wir wollen nicht stehen bleiben bei dem Betrachten des Leidens Jesu und dem Tugendbeispiel des heiligen Josefs, nein, wir wollen tatkräftig nachahmen dem Beispiele Jesu und das Kreuz täglich auf uns nehmen und unserm göttlichen Heilande nachfolgen.“ (Katharina Kasper im Brief 68)

 

Samstag, 25. Februar 2017

Freude öffnet das Herz


Mich hat es ordentlich erwischt, so dass ich den Weg zum PC nicht fand, um pünktlich zum Blog da zu sein. Aber ganz ohne Katharina Kasper geht es doch nicht, nicht wahr?  

„Freude öffnet, Traurigkeit verschließt das Herz.“ (Franz von Sales) 

„Freude ist ein Zeichen, dass man dem Licht nahe ist.“ (Edith Stein) 

Das sind nur zwei von unzähligen Aussagen zur Freude. In diesen Tagen ist Freude ja angesagt. Freude hat viele Gesichter, - eigentlich so viele wie es Menschen gibt. Aber ein Maßstab für echte Freude, für wahre Freude sind sicher die beiden Aussagen von Franz von Sales und Edith Stein. 

Auch Katharina Kasper spricht oft von der Freude. Bei ihr hat die Freude noch einmal einen anderen, ganz eigenen Akzent. Ich füge zwei Aussagen an. Denken Sie einfach mal darüber nach – vielleicht am Ende der närrischen Tage, wenn alles vorbei ist, aber „Katharinas Freude“ bleibt. 

„… der Herr wird Sie und Ihr Wirken segnen. Wir werden glücklich in diesem Leben und, wir wollen hoffen, selig in der Ewigkeit. Wir wollen täglich beten, damit wir alle und allezeit unser Glück und Freude im [Leben] finden.“ (Brief 218) 

„Kinder, wir müssen fromm beten, damit der heilige Wille Gottes geschehen möge in der ganzen Gemeinschaft, an allen … bis zur kleinsten Handlungsweise. Das Glück in Gott suchen und finden, ist wahres Glück, Friede und Freude an der Erfüllung des heiligen Willens Gottes.“ (Brief 271)

 

Viel Freude und –
treiben Sie es nicht zu doll!

Samstag, 18. Februar 2017

Lieder erzählen aus dem Leben

Es gibt eine ganze Reihe Lieder von, über oder auch zu  Katharina Kasper. Sie haben eingängige oder auch sehr schwere Melodien, manchmal auch Melodien, die zu Ohrwürmern werden. Es sind Lieder für Schwestern, für Freunde und Verehrer Katharinas, für Begeisterte. Alle Texte haben eines gemeinsam: Sie erzählen aus dem Leben Katharinas. Das allerdings geschieht sehr unterschiedlich. Manchmal versteht man sofort, was gemeint ist, manchmal wird vieles nur angedeutet, manchmal werden einfach andere Worte gebraucht. 

Dieses Lied hier ist ein Kinderlied: „Katharina – Ich sag Du“. Es ist erst ein paar Jahre alt, aber gerade Kinder mit einer leichten Behinderung schmettern es mit Begeisterung. Und in jeder Strophe wird etwas aufgegriffen, was aus Katharinas Leben erzählt: die Tasche, der Birnbaum, die Schuhe, das Pausenbrot, die Liebe zum Nächsten.  Es hat eine schöne Melodie. Vielleicht singen Sie es auch mal?
STH



Samstag, 11. Februar 2017

Resignation ist nicht ihrs


„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ (peb) Diese Aussage machte unser Hausgeistlicher letztens in einer seiner Ansprachen. 

Resignation – was ist das? In Wikipedia kann man lesen: „kapitulieren; … bezeichnet etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts die menschliche Haltung bzw. Gestimmtheit des Sichfügens in einer unausweichlichen Situation, z. B. aus (gefühlter) Aussichtslosigkeit“. Eine weitere Definition: „das Aufgeben aller Hoffnung, weil man von etwas enttäuscht ist“. 

„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ Eine solche Aussage setzt ja schon mal voraus, dass der Mensch Flügel hat. Er kann die Niederungen des Alltags verlassen und sich in den Himmel absetzen. Und dort ist die Freiheit grenzenlos – aber nicht nur die Freiheit… 

Haben Sie schon mal resigniert? Katharina Kasper kennt die Resignation nicht. Für sie ist keine Situation aussichtslos. Sie weiß ja, dass Gott mit ihr ist, in jeder Situation – auch den ganz schwierigen – ganz gegenwärtig. Katharina weiß, was Enttäuschung ist und bedeutet. Aber nie käme sie auf die Idee, zu kapitulieren oder gar die Hoffnung aufzugeben. 

Als Sr. Armella die Gemeinschaft verlässt – sie ist ein großer Hoffnungsträger der Gemeinschaft – schreibt Katharina: Ich fasse mich bei solchen Ereignissen kurz und sage mir gleich, der heilige Wille Gottes möge geschehen. Man muss die Vorsehung anbeten und sich ruhig der Gnade des Herrn unterwerfen. Erst später wird es uns klar werden, warum solche Prüfung vom lieben Gott zugelassen wurde.“ (Brief 16) 

Als der Kulturkampf die Existenz der Gemeinschaft in Frage stellt, erinnert Katharina: „Hier geht noch alles in gewöhnlicher Weise. Wie lange wir noch in der dunklen Nacht wandeln, ist dem lieben Gott allein bekannt. Das eine wissen wir ja allezeit, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten gereichen (vgl. Röm 8,28). Wir wollen ruhig in unserm heiligen Berufe fortwirken und leben, solange es uns vergönnt ist. Eine kurze Zeit gekämpft, geduldet und dafür ein unzerstörbares Glück in der Ewigkeit, in Gott und dem schönen Himmel. Viel wollen wir für- und miteinander beten, sowie für alle lieben Schwestern der ganzen Genossenschaft und ihre Anliegen.“ (Brief 10) 

 
Als der Spiritual Wittayer nach der päpstlichen Anerkennung der Gemeinschaft seine Rechte nicht aufgeben will, der Generaloberin nicht selten das Leben schwer macht, sie sogar beim Bischof ungerechtfertigter Weise anklagt, da bleibt Katharina ganz ruhig, spricht nie darüber und verhält sich ihm gegenüber ganz loyal. Nach seinem Tod schreibt sie an ihre Schwestern: „Das Jahr 81 war ja ein Jahr harter Prüfungen, wo der liebe Gott große Opfer verlangt hat. Er hat uns ja unsere größte Stütze auf dieser Welt genommen, unsern geistlichen Vater, unter dessen Schutz und Leitung wir so viele Jahre gestanden haben, von dem wir geleitet, geführt und geschützt waren. Der Herr wird ihn dafür gelohnt haben. Und wir, meine lieben Schwestern, glauben ja an ein unsterbliches Leben, an eine ewige Seligkeit, an eine Auferstehung.“ (Brief 67) 

„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ Das Vertrauen in Gott aber verhindert die Resignation. Wie sagt doch Katharina: „Haben wir doch ganz besonders ein großes Gottvertrauen auf Gottes Macht und Barmherzigkeit, und wir werden nicht zu Schanden werden.“ (Brief 45)
STH