Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 12. August 2017

Grund zum Feiern!


Am Dienstag feiert die Katholische Kirche Maria Himmelfahrt.  Dieses Hochfest gilt auch als Gründungstag der Gemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi. Am 15. August 1851 nämlich – also vor 166 Jahren – legten die ersten ADJC ihre ersten Gelübde ab und erhielten das Ordenskleid. 

In der Chronik der späteren Generalsekretärin Sr. M. Beata Breidenbach – Katharina Kasper hatte die Anfänge selbst diktiert -  kann man lesen:
„Im selben Jahr, den 15. August, wurden die ersten fünf eingetretenen Jungfrauen eingekleidet. Es waren diese: Katharina Kasper, Katharina Schönberger, Anna Maria Müller, Elisabetha Meuser und Elisabetha Haas. Dieselben wurden feierlich in Prozession von der Geistlichkeit und der Gemeinde in ihrer Wohnung abgeholt und zur Kirche geführt, wo sie vom Hochwürdigsten Herrn Bischof das Ordenskleid erhielten. Es hatte sich eine große Menge Volkes eingefunden aus der ganzen Gegend; da in dieser Gegen keine Ordensleute waren, hatten die guten Leute gar keinen Begriff und kannten nicht die Bedeutung dieses Festes. Der Hochwürdigste Herr sprach in seiner Predigt von der Entstehung unseres Vereins und Entwicklung desselben und daß, wenn Gott Wohlgefallen daran habe, derselbe zu einer Klostergemeinde später werde. An diesem Tage legten wir im Stillen unsere Gelübde vor dem Hochwürdigsten Herrn Bischof ab im Pfarrhause.“ 

Der spätere Superior der Gemeinschaft Johann Jakob Wittayer verfasste auch eine Chronik der ersten Jahre des frommen Vereins und der Ordensgemeinschaft. Er bringt noch ein paar andere Aspekte.
„Die als Vorsteherin für den Verein bestimmte Katharina Kasper legte am Feste der Himmelfahrt Mariä 1851 mit diesen 4 Jungfrauen die hl. Gelübde ab in die Hände des Hochwürdigsten Herrn Bischofs in der Pfarrkirche zu Wirges und erhielten von demselben das geweihte Kleid und neue Namen, und zwar die Vorsteherin Katharina Kasper den Namen Schwester Maria, Jungfrau Katharina Schönberger Schwester Theresia, Jungfrau Maria Müller Schwester Elisabeth, Jungfrau Elisabetha Meuser Schwester Clara, Jungfrau Elisabeth Haas Schwester Agnes. Die bisher schon wegen ihrer guten Krankenpflege, Anspruchslosigkeit und erbaulichen Aufführung geliebten, nah und fern zu den Kranken gerufenen Jungfrauen erhielten jetzt, erscheinend im Ordenskleide, noch mehr Ansehen und meldeten sich namentlich sehr viele Jungfrauen zum Eintritt in den Verein.“ 

Katharina Kasper sah immer Gott als Gründer ihrer Gemeinschaft. Sie selbst sah sich als demütiges Werkzeug in Seiner Hand. Von daher war ihre ganze Haltung geprägt. Von daher wurde sie nicht müde, ihre Schwestern zu ermutigen:
„Dem lieben Gott wollen wir danken, dass er in seiner unendlichen Liebe, Güte und Barmherzigkeit unsere Gemeinschaft hervorgerufen durch seine heilige Kirche, uns zu derselben berufen durch seine Gnade und Liebe und mit der Fülle seiner Gnade überhäufte im allgemeinen und eine jede insbesondere.“ (Brief 50) 

Wir freuen uns auch dieses Jahr auf die Feier unseres Gründungstages. Feiern Sie doch in Ihrem Herzen mit uns – vor allem: Danken Sie mit uns …
STH

Sonntag, 6. August 2017

Ausnahmezustand …


Haben Sie gestern einen Post vermisst??? Das tut mir gut!

Nein, ich bin nicht mehr im Urlaub, und ich hatte auch keinen Wasserunfall oder Ähnliches. 

Die letzten drei Tage befand sich unser Mutterhaus in einem Ausnahmezustand. Beide Server waren kaputt, das gesamte IT-System damit zusammengebrochen. Alle am PC-Arbeitenden Schwestern und Mitarbeiter waren lahm gelegt. So viel wie in diesen drei Tagen wurde noch nie aufgeräumt – Büros, Archive, Schreibtische … So viel Däumchen wurden noch nie gedreht – linksherum, rechtsherum. So viel Small Talks wurden noch nie zwischen Tür und Angel geführt – und damit Beziehungen geknüpft, aufgefrischt oder intensiviert. 

Das Erschreckende an diesem Ausnahmezustand: Wir erfuhren alle – oft grenzwertig – wie abhängig wir von der digitalen Welt geworden sind. Ohne PC ist ja nichts mehr möglich. 

Ja, wie würde Katharina Kasper reagiert haben? Sie wäre sicher wesentlich gelassener geblieben als so manche Mitschwester, sie wäre sicher wesentlich ruhiger geblieben als so mancher Mitarbeiter. Sicher hätte sie nach dem Sinn dieses Malheurs gefragt, in dem sie ganz sicher Ihn gesehen hätte. Deshalb: 

„Der heilige Wille Gottes geschehe in allem und über alles.“ (Brief 93) 

Vor allem hätte Katharina die Ruhe bewahrt und genau gewusst, was zu tun ist. Nämlich:

„Suchen wir diese Zeit gut zu nutzen zur Ehre Gottes.“ (Brief 154) 

Jetzt läuft wieder alles, und wir können die Arbeit am PC nutzen zur Ehre Gottes. Das fällt vielen sicher leichter.
STH

Samstag, 29. Juli 2017

Gewiss wundern Sie sich …


Katharina Kasper schreibt am 05. Juni 1887: 

„Ihre beiden Briefe sind hier angekommen. Ich schreibe Ihnen jetzt nur ein Lebenszeichen von hier. Ich war ebenfalls über 3 Wochen auf Reise, und heute Abend kommt der Hochwürdigste Herr Bischof hier an. Dienstag, den 7ten, haben wir Einkleidung und Gelübdeablegung und stecken somit ganz tief drin, wie Sie aus Erfahrung wissen. Gewiss wundern Sie sich, dass ich Ihnen noch schreiben kann, nicht wahr? Wir kleiden ein 22 Postulantinnen, und dreiundvierzig Novizinnen legen ihre Gelübde ab. Die Exerzitien mitzumachen ist Erholung für mich; aber alle fehlenden Lücken auszufüllen, kostet Mühe und macht allezeit Sorgen. Wir haben noch viele Postulantinnen, welche eintreten, und dennoch immer nicht genug. Sonst geht es nach Gottes heiligem Willen noch gut. Ich habe unsere lieben Schwestern in Westfalen besucht; denselben ging es noch gut. … Es kostet uns armen Menschenkindern Mühe, und wir müssen viel beten, dulden, uns selbst verleugnen …, damit wir nur noch leben und wirken für Gott und den Beruf. Viel und fromm müssen wir beten mit- und füreinander,…“ (Brief 122)

Samstag, 22. Juli 2017

Was will man mehr?


Katharina Kasper schreibt am 03. Januar 1883: 

„ … wir haben es ja schon alle erfahren, dass unsere Seele eher keine Ruhe findet, bis dass sie Ruhe gefunden in Gott. Um dahin zu gelangen, müssen wir recht üben das Gebet. Beten wir immer, beten wir allezeit, wie der hl. Apostel Paulus sagt, betet allezeit, möget ihr essen oder trinken, arbeiten und euch erholen, alles soll Gebet sein (vgl. 1 Kor 10,31). Wandeln wir so in Gottes Gegenwart, dass Sie alle Ihre Berufspflichten gut verrichten und der liebe Gott alles sehen kann. Suchen wir dem lieben Gott allein gefallen zu wollen, Seine Ehre zu fördern, so gelangen wir zur Vereinigung mit dem lieben Gott. Wir finden Frieden, Ruhe in unseren Seelen, Ergebung in den göttlichen Willen. Ja, dann leben wir in Frieden miteinander, mit unseren Pflegebefohlenen und mit allen Menschen, mit denen wir durch unseren Beruf zusammengeführt werden. Dann werden wir sagen: Der heilige Wille Gottes ist und soll mein Alles sein. Alles will ich nur begehren und wünschen nach dem heiligen Willen Gottes. …“ (Brief 72)

Samstag, 15. Juli 2017

Wollen Sie nicht ein paar Tage Urlaub machen?


Jesus, Maria, Josef 

Liebe Schwester Firmata, 

Die Schwester Angelona soll Schwester Canisia ersetzen. Dieselbe ist eine gewandte Krankenschwester, wie ich gesagt bekommen, auch noch recht gesund. Wir wollen nun hoffen, dass es gut geht. Die Schwestern sagen mir, Sie wären so elend. Wollen Sie nicht auf ein paar Tage oder Wochen nach Königstein gehen oder auch hierher kommen, dann geht es vielleicht besser. Was nun die Schwester für Gelsenkirchen anbelangt, so tun Sie, wie es geht. Wenn nicht, so müssen dieselben bis zur Einkleidung warten. Noch notwendiger hätten die Königsteiner eine Schwester. Vielleicht hätten Sie eine für dorthin, die sich auch zugleich etwas erholen könnte in dortiger Luft, bis wir einkleiden können. Was ist man doch beständig in Not, weil überall Zuwachs verlangt wird, was ja einerseits gut ist. Sonst noch alles beim alten. Schon im Voraus wünsche ich ein gesegnetes Osterfest. Hier viel Sorgen und Arbeit. Aber alles für Gott, so ist ja alles gut. Es freuen mich so sehr die Schwestern, welche im Berufe aus Liebe zu Gott arbeiten und ihn allein suchen. Es grüßet und empfiehlt Sie mit allen lieben Schwestern den heiligsten Herzen Jesu und Maria 

                                                                                              Ihre
 Dernbach, den 20/3/85                                             unwürdige

                                                                                              Mutter Maria

                                                                                              a. D. Ch.
 

(Brief 100)

Samstag, 8. Juli 2017

Den andern im Blick, sich selber nicht schonend


Katharina Kasper schreibt im Juni 1876: 

„… Ich weiß nicht, dass sie ewig über Arbeitskräfte klagen und sind doch 7 Novizinnen dort. Schw. Servula und Odilia: letztere wollen Sie gut in acht nehmen. Sie wollen dieselbe grüßen und ihr sagen, es sei für sie besser, im Mutterhaus zu bleiben und sich ganz zu erholen. … Ich bin, so Gott will, Fronleichnam in Fürstenberg, Freitag in Westheim, Sonntag, so Gott will, in Medebach, also den Schluss von Westfalen. Wäre ich noch rüstiger, so reiste ich noch nach Forst und Pförten. So muss ich sehen, ob ich nach Wipperfürth, Engelskirchen und Bensberg komme. Den Schwestern geht es noch gut. Alle lassen bestens grüßen. …“ (Brief 55)

 

Samstag, 1. Juli 2017

Reif für die Insel


Sie kennen das auch – da bin ich mir ganz sicher: Vieles von dem, was Sie anpacken, geht schief; alles geht viel langsamer von der Hand; Kleinigkeiten bringen Sie unter die Decke; Sie haben zu nichts mehr Lust; alles ist zu viel. All das ist ein sicherer Beweis dafür, dass Sie reif sind für die Insel – oder zumindest reif für die Ferien. 

Mir geht es im Moment so, und ich freue mich riesig auf den kommenden Mittwoch – da geht es nämlich auf die Insel. 

Ob Katharina Kasper auch schon mal solche Gefühle hatte? 

Eines ist sicher: Immer hat sie die anderen im Blick. Sie sieht sofort, wenn es dem Spiritual oder der Mitschwester schlecht geht; und immer fällt ihr etwas ein, wie sie dem anderen gut sein kann, seine Lage erleichtern kann. Und wenn es auch nur ein so scheinbar banaler Ratschlag ist: „Nun lassen Sie auch Ihre Beinerchen etwas ruhen. Sie haben gewiss genug Kartöffelchen.“ (Brief 91) 

Aber wie schaut es mit Katharina selber aus? Sie hat ja ein riesiges Arbeitspensum, sie hat ja gerade Strapazen genug – heute würden wir sagen: Sie hat ja gerade Stress genug. Und dann kommen solche Aussagen: „Ich bin seit gestern hier in Godesberg und könnte so gut die Kur hier gebrauchen, weil dasselbe Wasser hier ist wie in Schwalbach. Doch ist es mir so verlorene Zeit und ich denke, es nützt mir doch nichts bei meinen beständigen Strapazen. Ruhe mit angenehmer Beschäftigung ist mir ebenso eine gute Arznei.“ (Brief 62) 

Da klingt Katharinas Geheimnis an: Ruhe. Und das ist offensichtlich etwas, was sie durchaus in ihren Alltag einbauen kann. „O wenn der gute Gott mir nicht die Gnade der Ruhe und Ergebung verliehe, so möchte man alsmal sagen, es ist zu viel.“ (Brief 16) Katharina lebt und pflegt ihre Beziehung zu Gott, und damit wird sie ganz offen und empfänglich für diese Gnade, die er ihr gibt. Und wenn sie in ihm ruht und seine Gegenwart genießt (vgl. Brief 67), dann schöpft sie daraus neue Kraft und neue Energie.  
 
 
Wahrscheinlich geht es Ihnen da wie mir: Davon bin ich noch weit entfernt. Manchmal gelingt mir das. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, „so möchte [ich] … sagen, es ist zuviel.“ Und dann tut es gut, die Segel zu streichen und ein paar Wochen an andere Ufer zu schippern. Ich freue mich drauf. 

Auch Ihnen wünsche ich schöne Ferien, eine gute Auszeit vom stressigen Alltag, damit es danach wieder mit frischer Energie heißt: „Alles zur größeren Ehre Gottes.“
STH