Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 10. November 2018

Systemsprenger


Wissen Sie, was ein Systemsprenger ist?

Das ist ein Begriff aus der Pädagogik. Er bezeichnet Kinder und Jugendliche, die irgendwie aus dem Rahmen fallen. Meistens fällt das negativ auf. 

Ich musste bei dem Begriff „Systemsprenger“ sofort an Katharina Kasper. Sie war auch eine Systemsprengerin – schon als Kind und Jugendliche. 

Als Kind konnte Katharina schon mal glücklich und laut lachend zu ihrer Mutter springen und rufen: „O wären wir doch so recht arm, o dann wäre ich froh!“ Die Mutter sagte dann logischerweise unwillig zu ihr: „Nun, wir sind doch arm genug, man meint, du bist nicht recht gescheit!“ Ein anderes Mal sagte Katharina zu ihrer Mutter: „O, wenn ich doch wo wär’, wo ich so recht gehorsam sein könnte und sein müsste! O wie würde ich da folgen!“ Darauf entgegnete ihre Mutter ganz nüchtern: „Folge nur hier uns, dann kannst du genug gehorsam sein; du wirst noch ganz verrückt.“ Diese Worte ließen das Kind vor innerem Vergnügen laut lachen: „O wäre ich doch verrückt! Hielten mich doch alle Leute für verrückt!“ Dass die Mutter daraufhin ärgerlich wurde, ist verständlich. Sie sagte zum Vater: „Hör’ mal, das Kind will verrückt werden.“ - „Nicht verrückt wie Schönbergers Hannes, anders verrückt, meine ich,“ erklärte Katharina hierauf.  

Vielleicht ist die Reaktion des Vaters auch ein kleiner Tipp für heutige Pädagogen. Der Vater, ein ruhiger, frommer, verständiger Mann, der seine Tochter über alles liebte, sagte zu seiner Frau: „Lass das Kind gehen, wer weiß, was Gott mit ihm vorhat!“ Ob er schon eine Ahnung hatte von dem, was Gott für seine Tochter bereithielt? 

Katharina Kasper – eine Systemsprengerin. Ich glaube, alle Heiligen sind irgendwie Systemsprenger.

Müssen wir, die wir uns Christen nennen, nicht auch Systemsprenger sein?

Haben wir den Mut dazu!?
STH

 

Samstag, 3. November 2018

Glaube, und Unmögliches wird möglich


Die Geschichte vom blinden Bartimäus ist eine meiner Lieblingsgeschichten der Bibel. (Mk 10, 46-52) Da ist ein Mann, der hat von Jesus gehört, und als er bemerkt, dass er in seine Nähe kommt, macht er sich mit Nachdruck bemerkbar und lässt sich durch nichts davon abbringen. Als Jesus ihn zu sich ruft und ihn fragt, was er will, sagt er ganz einfach: „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.“

In diesen Tagen, in denen wir die Heiligsprechung von Katharina Kasper feiern, fällt mir bei dieser Bibelerzählung auch sofort die Heilige des Westerwaldes ein. Viel hörte sie von diesem Jesus von Nazareth in der Schule und im Gottesdienst, die sie beide mit Begeisterung besuchte. Gott kam ihr nahe, und sie machte sich ihm bemerkbar – zunächst schon als Kind. Da wollte sie verrückt sein, verrücken, abrücken von den gängigen Normen für Frauen in ihrer Zeit. Sie wollte abrücken, verrücken von der Erwartung Hof, Herd, Kinder. Sie wollte ganz im Gegenteil arm, gehorsam und ganz für Gott leben. Und davon ließ sie sich von niemandem abhalten – weder von der Familie (ihre Mutter verstand nicht, dass sie oft beichten ging), nicht von den Geistlichen (die ihr teilweise Knüppel zwischen die Beine warfen), nicht von der Gesellschaft (die sie teilweise für wirklich verrückt erklärte). Und Jesus hörte sie und rief sie, und ganz klar formulierte sie ihre Bitte, ihren Wunsch: „Ich will Arme Dienstmagd Jesu Christi sein.“

Wie der blinde Bartimäus glaubte Katharina. Sie glaubte und vertraute grenzenlos, bedingungslos. Das setzte bei ihr Fähigkeiten frei. Unmögliches wurde möglich. Unglaubliches wurde Wirklichkeit. Unvorstellbares wurde greifbar.

Wie Bartimäus folgte auch Katharina auf Jesu Weg, d.h. sie lebte die Hingabe an ihn: „Mein Jesus, mein alles. Mein Jesus, mein Leben. Mein Jesus, mein Gewinn. Alles für Gott, alles mit Gott…!“ (Brief 97) Katharina – sie kann Vorbild auch für heute sein.
STH

 

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Pause!

Hallo!

Heute fahre ich für eine Woche in Exerzitien. Am Samstag kommt nichts Neues zu Katharina.
Im Internet finden Sie ganz viel zur Heiligsprechung!

Bis nächste Woche! OREMUS!
STH

Samstag, 20. Oktober 2018

Heilige Katharina!


Rom, 14. Oktober 2018: 

Der Heilige Geist wurde angerufen – und alle Heiligen.

Und dann sprach Papst Franziskus die entscheidenden Worte: 

„Zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit, zum Ruhm des katholischen Glaubens und zur Förderung des christlichen Lebens entscheiden wir nach reiflicher Überlegung und Anrufung der göttlichen Hilfe, dem Rat vieler unserer Brüder folgend, kraft der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und in der Vollmacht des uns übertragenen Amtes, dass die selige Maria Katharina Kasper eine Heilige ist. Wir nehmen sie in das Verzeichnis der Heiligen auf und bestimmen, dass sie in der gesamten Kirche als Heilige verehrt wird. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
(Heiligsprechungsformel)

Heilige Katharina Kasper – ein Traum geht in Erfüllung! 

Heilige Katharina, bitte für uns und alle, die auf Deine Fürsprache vertrauen!
 
Und Morgen findet in Wirges und Dernbach das große Katharina-Kasper--Fest statt - um zu danken für das Geschenk der Heiligsprechung.
Ja, Dank sei Gott!
STH
 
 

Samstag, 13. Oktober 2018

Es ist soweit!


Nur noch wenige Stunden trennen uns von der Heiligsprechung! Wahnsinn!


Dann erscheint sie im Heiligenkalender der Kirche, und in jedem Land der Welt kann eine Messe zu Katharina Kasper gelesen werden. Wahnsinn!

Ihr Bild hängt schon an einem Fenster am Petersdom. Es ist schon ein irres Gefühl.
 


Dieses arme, bildungsarme Bauernmädchen aus einem kleinen Westerwaldnest,

diese junge Frau, die sich von der eigenen Armut nicht abhalten ließ und zupackte, wo Hilfe gebraucht wurde,

diese Powerfrau, die sich nicht duckte vor Grafen und Kirchenfürsten, die mutig und risikobereit mit grenzenlosem Vertrauen auf Gott  den Widrigkeiten des Lebens trotzte und ein Unternehmen in die Welt setzte, dass zu ihren Lebzeiten ständig expandierte und bis zu ihrem Tod schon in fünf Ländern wirkte,

diese einfache Frau, die nur Gott lieben und ihm dienen wollte –

sie wird heiliggesprochen und der Welt als Vorbild hingestellt. 

In diesen Wochen wird so viel von Wundern gesprochen. Das allein ist das größte Wunder. 

„Worte bewegen, aber Beispiele reißen fort.“ (Brief 108)  

Damals traf das zu. Viele Frauen kamen und folgten Katharina.

Vermag sie auch heute noch mitzureißen?

Ich bin davon überzeugt. Aber man muss den Mut haben, sich auf sie einzulassen.
 

Ich bin gespannt, was am Sonntag im ZDF von ihr gesagt wird …
STH

 

Samstag, 6. Oktober 2018

Der Countdown läuft


Nur noch wenige Tage trennen uns von dem großen Ereignis der Heiligsprechung unserer Katharina Kasper. Die letzten Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Dienstag und Donnerstag waren nach dem Evensong vergangene Woche die beiden nächsten Stationsgottesdienste. Anhand der Reliefs auf Katharinas Sarkophag gingen wir auf ihren Spuren einige Orte in Dernbach ab.  



Beginn war immer in der Klosterkirche. Dienstag ging es zum Laurentiusplatz, wo zur Zeit Katharinas die Laurentiuskapelle stand, in der sie auch getauft wurde. Vor dort führte der Weg in die Laurentiuskirche, deren Bau Katharina unterstützt hat, aber nicht mehr erlebt hat. Heute aber ist sie Kirchenpatronin. 

Am Donnerstag führte der Weg zum Aloysia-Löwenfels-Haus, das zur Zeit Katharinas ein Kinderheim war, über das Agneshaus, an dessen Stelle früher der Kindergarten stand, hin zum Josefshaus, das schon zur Zeit Katharinas ein Altenheim war. Hier war dann auch der Abschluss. 

Am Sonntagabend wird in der Marienkapelle am Steimel bei Wirges der neue Katharina-Kasper-Rosenkranz gebetet; und am kommenden Mittwoch wird zum Pilgersegen eingeladen für alle, die sich am Mittwoch und Donnerstag und die Tage darauf auf den Weg nach Rom machen. 

Und – kurz vor Zwölf! – kommen noch jede Menge Medien auf die Idee, unbedingt etwas von Katharina bringen zu müssen. Es ist unglaublich!

Übrigens, das ZDF überträgt am 14. Oktober drei Stunden lang die Heiligsprechung von Rom. Einfach toll!  

Wir sind sprachlos, fasziniert und selbst begeistert davon, welche Begeisterung Katharina in den vergangenen Monaten losgetreten hat. Und – das muss man sich mal bewusst machen! – das hat sie getan, eine ganz einfache Frau aus einem bitterarmen kleinen Nest im Westerwald. 

„Tun wir, was wir können; mehr verlangt Gott nicht von uns“, das hat Katharina mal gesagt; und genau das hat sie getan und ist ganz groß geworden – ein Vorbild für viele.
(STH)
 
 

Samstag, 29. September 2018

Wunderschön ... und so wahr!


In der Stille hören,

was im Herzen klingt;

auf die Lieder horchen,

die der Schöpfer singt.

Bewegt vom Geist Gottes

zeig du uns den Weg

und bitte für uns, Katharina.
 

Jesus Christus suchen,

Gottes Angesicht,

Trost und Hoffnung finden,

Glück und Zuversicht.

Bewegt vom Geist Gottes

zeig du uns den Weg

und bitte für uns, Katharina. 
 

Brot und Liebe teilen

lindern Menschennot

Angst und Unrecht wenden,

wie der Herr gebot.

Bewegt vom Geist Gottes

zeig du uns den Weg

und bitte für uns, Katharina.
 

Lob sei dem Dreieinen,

Vater, Sohn und Geist.

Seine große Güte

alle Schöpfung preist.

Bewegt vom Geist Gottes

zeig du uns den Weg

und bitte für uns, Katharina.

 

Text: Helmut Schlegel 2018