Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 17. Februar 2018

Fastenzeit - Gnadenzeit


In diesem Jahr geht alles wahnsinnig schnell. Wir haben schon wieder Fastenzeit.
Was bedeutet Ihnen die Fastenzeit? 

Letzte Tage sagte der Pfarrer: „Es geht nicht um Verzicht, es geht um Umkehr. Es geht nicht darum, keine Süßigkeiten zu essen oder zu anderen Dingen 40 Tage lang Nein zu sagen. Gott hat nichts davon. Uns ist diese Zeit geschenkt, um uns auf das Wesentliche zu besinnen, uns dem Wichtigen wieder neu zuzuwenden, umzukehren. Die Fastenzeit ist eine Gnadenzeit.“ 

Ich musste bei seinen Worten an Katharina Kasper denken. Für sie ist das Kreuz ein Zeichen der göttlichen Gnade.  Katharina hat weiß Gott genug Probleme, Schwierigkeiten, Bedrängnisse – Kreuze - in ihrem Leben zu ertragen – sei es in ihrer Kinder- und Jugendzeit, sei es mit ihrer jungen Gemeinschaft, sei es im Kulturkampf. Nie stöhnt sie, nie klagt sie, nie lamentiert sie. Meistens erwähnt sie sie nicht einmal. Im Gegenteil. „Kreuz ist doch kein schlimmes Zeichen, sondern vielmehr ein gutes Zeichen.“(Brief 163) Sie spricht davon, dass sie mit Kreuz gesegnet sei (vgl. Brief 105) und dass „Kreuz und Leiden … Gnadenerweise Gottes“ sind. (Brief 81) 

Das Kreuz ein Zeichen der Gnade, die Gott uns schenkt? So kann man wirklich nur denken, wenn man wie der Adler in die Sonne schaut und ihr entgegen fliegt. So kann man nur denken, wenn man mit der ganzen Liebe des Herzens auf Jesus Christus schaut, - der durch das Kreuz, das er auferlegt, Anteil gibt an seinem Kreuz. Und – diese Erfahrung macht Katharina, aber auch jeder von uns - der mit diesem Kreuz nicht überfordert, sondern es mit uns und in uns trägt.  

Das Kreuz, ein Zeichen der Gnade Gottes, ein Gnadenerweis – irgendwie macht dieser Gedanke es schon leichter. Wenn Gott es schickt, dann traut er mir zu, dass ich es tragen kann. Vielleicht gelingt es Ihnen ja auch, ein bisschen so zu denken.  

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit – und die Erfahrung, dass die nächsten 40 Tage eine Gnadenzeit sind.
STH

 

 

Samstag, 10. Februar 2018

Helau und Alaaf!!!


Die Hochzeit des diesjährigen Karnevals hat begonnen! Wenn man mit Leuten ins Gespräch kommt – auch mit jüngeren, so 30 – 40 jährige – dann hört man immer wieder: „Damit habe ich nichts am Hut!“ Schon interessant. Womit haben sie nichts am Hut? Dass Politik, Gesellschaft, Kirche auf den Arm genommen, durch den Kakao gezogen wird oder dass die Menschen so ausgelassen sind? 

Der Karneval spielte im Westerwald des 19. Jahrhunderts wahrscheinlich keine große Rolle. Die Leute waren einfach zu arm, und die Weltpolitik kam hier nicht an.

Auch in Katharina Kaspers spielte er keine Rolle. Wenn es anders wäre, hätte das sicher in der Chronik Eingang gefunden. 

Aber die Freude spielte bei Katharina eine große Rolle. Ihre Freude hat allerdings nichts mit Ausgelassenheit, Ungehemmtheit oder Ungezügeltsein zu tun. Ihre Freude geht tiefer und hat auch länger Bestand. Bei ihr hat die Freude noch einmal einen anderen, ganz eigenen Akzent. Hören Sie mal: 

„… der Herr wird Sie und Ihr Wirken segnen. Wir werden glücklich in diesem Leben und, wir wollen hoffen, selig in der Ewigkeit. Wir wollen täglich beten, damit wir alle und allezeit unser Glück und Freude im [Leben] finden.“ (Brief 218) 

„Kinder, wir müssen fromm beten, damit der heilige Wille Gottes geschehen möge in der ganzen Gemeinschaft, an allen … bis zur kleinsten Handlungsweise. Das Glück in Gott suchen und finden, ist wahres Glück, Friede und Freude an der Erfüllung des heiligen Willens Gottes.“ (Brief 271) 

Denken Sie einfach mal darüber nach – vielleicht am Ende der närrischen Tage, wenn alles vorbei ist, aber „Katharinas Freude“ bleibt. 

Schöne Tage und viel Freude!
STH

 

Samstag, 3. Februar 2018

120 Jahre im himmlischen Königreich


Wir haben den 120. Todestag von Katharina Kasper gefeiert. Sie starb ja am 02. Februar 1898. Der 01. Februar ist der offizielle kirchliche Gedenktag der Seligen des Westerwaldes. 

Haben Sie schon einmal von einer Transitus-Feier gehört? Transitus heißt Übergang, und gemeint ist der Übergang vom irdischen zum himmlischen Leben. Man kann auch sagen, eine Transitusfeier ist eine Gedächtnisfeier. 

Wir – Kloster und Gemeinde – haben am Vorabend zum 120. Gedenktag des Heimgangs Katharinas eine Transitusfeier begangen. Alle waren sich einig: Es war eine ergreifende, berührende Stunde. 

Das Licht in der Klosterkirche war durchweg gedämpft. Es brannten nur im Altarraum die Kerzen und am Sarkophag drei Kerzen. Neben gehaltenen Liedern und Gesängen wurde der Bericht über die letzten Tage und den Sterbetag Katharinas aus der Biographie von Domkapitular Dr. Hilpisch gelesen. Der Text ist sehr lang und wurde in drei Teile aufgeteilt. Nach den ersten drei Teilen wurde jeweils eine Kerze gelöscht. Nach dem vierten Teil wurde eine große Kerze am Ewigen Licht entzündet: Katharina war in die Ewigkeit eingegangen. 

Im Anschluss daran wurden alle Anwesenden aufgefordert, die Rose, die sie zu Beginn der Feier bekommen hatten, am Reliquienschrein niederzulegen. Als Zeichen unserer Bereitschaft, das Licht Katharinas in unsere Welt und Zeit zu tragen, wurde uns dann eine Kerze gereicht, das an der großen Kerze entzündet wurde. 

Es war eine ergreifende Feier, von der am folgenden Abend nach dem feierlichen Gottesdienst mit der Pfarrgemeinde noch viel gesprochen wurde.

Es fiel uns nicht schwer, miteinander zu beten: 

„Gott, an diesem Tag gewährtest du der seligen Maria Katharina die Gnade des ewigen Lebens. Verleihe uns in deiner Barmherzigkeit, dass wir, die wir mit liebender Hingabe das Gedächtnis ihres Todes feiern, wie sie deine Liebe in unsere Welt tragen und einst mit Freude teil haben am himmlischen Hochzeitsmahl.“
STH

 

Samstag, 27. Januar 2018

Nur du …


Im Markusevangelium wird uns erzählt, dass Jesus Wunder vollbrachte, alle Menschen erschraken und sich fragten, was das bedeuten soll. Und dann heißt es: „Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.“ (Mk 1, 27-28) 

So stelle ich mir das bei Katharina Kasper vor. Sie bewirkte auch Wunder in ihrer kleinen Welt, indem sie die Menschen aufsuchte und ihnen von der Liebe Gottes Zeugnis gab; indem sie die Kranken liebevoll pflegte und ihnen so zu verstehen gab, dass sie von Gott geliebt und nicht vergessen waren. Ja, beides wirkt Wunder, wenn mein Gegenüber mir das abkauft. Und das geschieht, wenn ich authentisch bin. 

Katharina war authentisch, sie war echt. Die Menschen spürten ihre tiefe Gottverbundenheit, sie erfuhren ihre tiefe Christusbeziehung. Manchmal konnten sie – wie die Menschen in der Bibel – nur fragen: „Was hat das zu bedeuten?“ Aber Tatsache war, dass sie sich in ihrer Nähe wohlfühlten. Und auch Katharinas Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Westerwald. 



Ein gottnaher Mensch verbreitet eine positive Atmosphäre – damals wie heute. Es gibt nur wenige gottnahe Menschen – damals wie heute. Wenn wir einem begegnen, suchen wir seine Nähe, und dann kann geschehen, was zur Zeit Jesu geschah, was auch später zur Zeit Katharinas geschah: Es entsteht Gemeinschaft, und gemeinsam geschieht Großes. Die Bibel ist voll davon, und auch von Katharina wissen wir das nur zu genau. 

Katharinas Gebet bringt das sehr deutlich zum Ausdruck:

„Sorge, o lieber, guter Gott, dass im ganzen Jahre und die ganze Dauer meines Lebens, nicht ich lebe, sondern Du in mir lebest. Ja, ich will ganz Dein, und Du musst mein, mein sein. Nur Dir will ich dienen und gehorsam sein nach Deinem Wohlgefallen. Nur Dich will ich lieben nach Deinem heiligsten Willen, nur Dich will ich loben und preisen, wie es Dir gefällt. Nur Dir will ich danken für alle Gnaden und Wohltaten. Noch eine Gnade, o lieber Gott, dass ich beständig und beharrlich mit Deiner Gnade mitwirke und alles tue, wie Du es willst.“ (Brief 81)
STH

Samstag, 20. Januar 2018

Faszination pur


Bei den Berufungsgeschichten in der Bibel kann man nur staunen. Jesus sieht einen jungen Mann, sagt „Komm!“, und der lässt sofort alles stehen und liegen und folgt ihm nach. (vgl. auch Mk 1,14-20) Kann man das erklären? Wahrscheinlich nicht – höchstens mit der faszinierenden Persönlichkeit dieses Jesus von Nazareth. Er muss schon eine unglaubliche Ausstrahlung gehabt haben, dass Menschen so reagieren – spontan, widerspruchslos, bedingungslos. 

So ähnlich muss das auch bei Katharina Kasper gewesen sein. Wenn man die Chronik von Johann Jakob Wittayer – er war der Superior der Gemeinschaft - liest, kann man nur staunen. Am Ende des Jahres 1857 – also 6 Jahre nach der Gründung - zählte die Gemeinschaft 30 Profeßssschwestern, 57 Novizinnen und 12 Postulantinnen, zusammen also 99 Personen. Bei diesen Zahlen sind die entlassenen Schwestern und die schon verstorbenen Schwestern nicht erwähnt. Ein Jahr später waren es schon 184 Personen. Bei solchen Zahlen muss man heute erblassen.  

Kann man diese Zahlen erklären? Tatsache ist, dass die Schwestern bitterarm waren und unglaublich viel zu tun hatten. Beides kann man mit den heutigen Verhältnissen nicht vergleichen. Trotzdem hatten sie Freude an ihrem Beruf und ihrer Berufung. Und das steckt natürlich an. 

Und dann war da Katharina. Ohne Zweifel war auch sie eine faszinierende Persönlichkeit, die Menschen begeisterte. Das tat sie mit ihrem geistlichen Leben sicher genauso wie mit ihrem tätigen Leben. Und ganz sicher trifft auf sie ihr eigenes Wort zu: 

„Worte bewegen ja nur, aber das Beispiel reißt uns fort.“ (Brief 179) 

Natürlich haben sich auch die gesellschaftlichen Bedingungen verändert. Aber ich bin sicher: Wenn wir charismatische Persönlichkeiten hätten, dann könnten wir auch heute Menschen begeistern. Leider können wir uns die nicht machen. Auch die sind ein Geschenk …
STH

 

Samstag, 13. Januar 2018

Ein unauslöschliches Siegel



Sind Sie getauft?
Ist Ihnen bewusst, dass das ein unauslöschliches, immerwährendes Siegel ist?
Du bist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn – das spricht Gott auch uns zu, so wie er das damals bei Jesus getan hat.
„Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ (Mk 1,11)

Katharina Kasper war davon überzeugt, dass auch ihr dieser Zuspruch galt, und sie lebte die Konsequenzen:
Sie vertraute ihrem Gott vorbehaltlos, weil er sie ja liebte und nur Gutes für sie im Sinn hatte. Sie wollte ihrem Gott entgegenlieben und tat dies, indem sie den Willen Gottes über alles stellte: Es soll allezeit geschehen der heilige Wille Gottes in allem und überall.“ (Brief 159)
Sie war darauf bedacht, ihrem Gott Freude zu machen und ihm zu gefallen: Wir beten und bitten besonders täglich den lieben Gott für die Heiligung aller. Ist ja dieses doch unser aller Aufgabe, beständig nach derselben zu streben.“ (Brief 206)

Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich Gefallen gefunden – das ist ein bleibender Zuspruch, eine vorbehaltlose, bedingungslose Zusage. Das ist die Grundlage einer Beziehung, die nur von mir ausgekündigt werden kann.
Ganz logisch und konsequent ist Katharinas Reaktion:

„Mein Jesus, mein alles,
Mein Jesus, mein Leben.
Mein Jesus, mein Gewinn.
Mein Jesus soll ganz mein sein,
und ich will ganz Dein sein.
O mein Jesus, meine Liebe!
Beschütze uns,
O mein Jesus,
vor aller Sünde, vor allem Bösen.“
(Brief 97)


Samstag, 6. Januar 2018

Auf einem anderen Weg heimkehren


Die Weisen machten sich auf den langen Weg – sie folgten dem Stern und fanden das Kind; dann kehrten sie auf einem anderen Weg nach Hause zurück. (vgl. Mt 2, 1-12) Diese Aussage hat mich schon immer fasziniert und zum Nachdenken angeregt. Warum kehren sie auf einem anderen Weg nach Hause zurück? Klar, gibt es im Text eine Erklärung: Die Weisen bekamen im Traum diese Weisung, da Herodes das Kind töten wollte.

Und die Bedeutung für uns heute?

Wenn wir der Sehnsucht unseres Herzens folgen, finden wir Gott, und wir kehren um – heim auf einem anderen Weg. 

Katharina Kasper hat schon früh, schon als Kind erfahren, dass das, was sie erlebte, nicht alles sein konnte, dass es mehr geben musste. Sie folgte dieser Sehnsucht ihres Herzens und erfuhr Gott als Jemanden, der durchaus Ansprüche an das eigene Leben stellen konnte, der Raum in diesem Leben einforderte.  

Katharina gewährte ihm diesen Raum und erkannte die eigene Begrenztheit und Sündhaftigkeit. Als junge Frau suchte sie oft die Gelegenheit zum Beichten – so oft, dass ihre Mutter ganz entsetzt war: „Bist du wirklich so schlecht?“ 

Katharina wollte ihrem Herrn ein reines Herz zur Wohnung bieten. „O wenn wir nur … darum uns bestreben, immer vollkommener zu werden, so haben wir gewiss nichts zu fürchten als die Sünde, wodurch der liebe Gott uns verlassen müsste, wovor er uns bewahren wolle.“ (Brief 5) Dass Gott sie und die Gemeinschaft verlassen würde, das war ihre größte Angst; deshalb gehört die Bitte um Schutz vor der Sünde zu ihren täglichen Gebeten: O mein Jesus, meine Liebe! Beschütze uns, o mein Jesus vor aller Sünde, vor allem Bösen.“ (Brief 97) Beschütze und bewahre uns vor aller Sünde, ja vor der kleinsten Untreue gegen meinen Herrn und Gott.“ (Brief 282) 

Hier wird auch deutlich, was sie unter Sünde versteht: Untreue gegen Gott. Da kann tagtäglich schon einiges anfallen, für uns sicher oft auch unbewusst. Von daher ist diese Bitte sicher auch nicht so schlecht für uns und unser Leben. 

Wenn auch wir der Sehnsucht unseres Herzens folgen, werden wir Gott finden. Wenn wir Gott finden, verändert sich unser Leben, und wir kehren anders in unseren Alltag zurück.
STH