Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 18. Februar 2017

Lieder erzählen aus dem Leben

Es gibt eine ganze Reihe Lieder von, über oder auch zu  Katharina Kasper. Sie haben eingängige oder auch sehr schwere Melodien, manchmal auch Melodien, die zu Ohrwürmern werden. Es sind Lieder für Schwestern, für Freunde und Verehrer Katharinas, für Begeisterte. Alle Texte haben eines gemeinsam: Sie erzählen aus dem Leben Katharinas. Das allerdings geschieht sehr unterschiedlich. Manchmal versteht man sofort, was gemeint ist, manchmal wird vieles nur angedeutet, manchmal werden einfach andere Worte gebraucht. 

Dieses Lied hier ist ein Kinderlied: „Katharina – Ich sag Du“. Es ist erst ein paar Jahre alt, aber gerade Kinder mit einer leichten Behinderung schmettern es mit Begeisterung. Und in jeder Strophe wird etwas aufgegriffen, was aus Katharinas Leben erzählt: die Tasche, der Birnbaum, die Schuhe, das Pausenbrot, die Liebe zum Nächsten.  Es hat eine schöne Melodie. Vielleicht singen Sie es auch mal?
STH



Samstag, 11. Februar 2017

Resignation ist nicht ihrs


„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ (peb) Diese Aussage machte unser Hausgeistlicher letztens in einer seiner Ansprachen. 

Resignation – was ist das? In Wikipedia kann man lesen: „kapitulieren; … bezeichnet etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts die menschliche Haltung bzw. Gestimmtheit des Sichfügens in einer unausweichlichen Situation, z. B. aus (gefühlter) Aussichtslosigkeit“. Eine weitere Definition: „das Aufgeben aller Hoffnung, weil man von etwas enttäuscht ist“. 

„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ Eine solche Aussage setzt ja schon mal voraus, dass der Mensch Flügel hat. Er kann die Niederungen des Alltags verlassen und sich in den Himmel absetzen. Und dort ist die Freiheit grenzenlos – aber nicht nur die Freiheit… 

Haben Sie schon mal resigniert? Katharina Kasper kennt die Resignation nicht. Für sie ist keine Situation aussichtslos. Sie weiß ja, dass Gott mit ihr ist, in jeder Situation – auch den ganz schwierigen – ganz gegenwärtig. Katharina weiß, was Enttäuschung ist und bedeutet. Aber nie käme sie auf die Idee, zu kapitulieren oder gar die Hoffnung aufzugeben. 

Als Sr. Armella die Gemeinschaft verlässt – sie ist ein großer Hoffnungsträger der Gemeinschaft – schreibt Katharina: Ich fasse mich bei solchen Ereignissen kurz und sage mir gleich, der heilige Wille Gottes möge geschehen. Man muss die Vorsehung anbeten und sich ruhig der Gnade des Herrn unterwerfen. Erst später wird es uns klar werden, warum solche Prüfung vom lieben Gott zugelassen wurde.“ (Brief 16) 

Als der Kulturkampf die Existenz der Gemeinschaft in Frage stellt, erinnert Katharina: „Hier geht noch alles in gewöhnlicher Weise. Wie lange wir noch in der dunklen Nacht wandeln, ist dem lieben Gott allein bekannt. Das eine wissen wir ja allezeit, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten gereichen (vgl. Röm 8,28). Wir wollen ruhig in unserm heiligen Berufe fortwirken und leben, solange es uns vergönnt ist. Eine kurze Zeit gekämpft, geduldet und dafür ein unzerstörbares Glück in der Ewigkeit, in Gott und dem schönen Himmel. Viel wollen wir für- und miteinander beten, sowie für alle lieben Schwestern der ganzen Genossenschaft und ihre Anliegen.“ (Brief 10) 

 
Als der Spiritual Wittayer nach der päpstlichen Anerkennung der Gemeinschaft seine Rechte nicht aufgeben will, der Generaloberin nicht selten das Leben schwer macht, sie sogar beim Bischof ungerechtfertigter Weise anklagt, da bleibt Katharina ganz ruhig, spricht nie darüber und verhält sich ihm gegenüber ganz loyal. Nach seinem Tod schreibt sie an ihre Schwestern: „Das Jahr 81 war ja ein Jahr harter Prüfungen, wo der liebe Gott große Opfer verlangt hat. Er hat uns ja unsere größte Stütze auf dieser Welt genommen, unsern geistlichen Vater, unter dessen Schutz und Leitung wir so viele Jahre gestanden haben, von dem wir geleitet, geführt und geschützt waren. Der Herr wird ihn dafür gelohnt haben. Und wir, meine lieben Schwestern, glauben ja an ein unsterbliches Leben, an eine ewige Seligkeit, an eine Auferstehung.“ (Brief 67) 

„Resignation bricht die Flügel des Menschen.“ Das Vertrauen in Gott aber verhindert die Resignation. Wie sagt doch Katharina: „Haben wir doch ganz besonders ein großes Gottvertrauen auf Gottes Macht und Barmherzigkeit, und wir werden nicht zu Schanden werden.“ (Brief 45)
STH

 

Samstag, 4. Februar 2017

Sie lebt – und wie!



 
 
Diese Todesanzeige ist die Kopie des Originals. Heute fiel sie mir in die Hände. Am 01. Februar haben wir den Gedenktag der seligen Katharina Kasper gefeiert. 119 Jahre ist es her, dass sie gestorben ist. Und sie ist heute noch so lebendig wie in ihren aktiven Lebensjahren. Das zeigte sich auch am 01. Februar. 

Es hat schon Tradition, dass wir diesen Tag mit der Pfarrgemeinde zusammen feiern. Nach einer Statio in der Pfarrkirche geht es in einer Lichterprozession zur Klosterkirche, wo die große Danksagung gefeiert wird. Die Klosterkirche war rappelvoll, und der Kirchenchor gestaltete die Heilige Messe wunderschön. Anstelle der Predigt gaben drei unserer indischen Schwestern ein kurzes Statement: Wie haben sie Katharina Kasper kennengelernt, und was bedeutet sie ihnen? Auch da wurde auf beeindruckende Weise deutlich, wie lebendig Katharina noch heute ist – auch in Indien, einem Land, das sie selbst nie gesehen hat. 

Übrigens, in der Statio wurde uns ein Wort von Katharina mitgegeben – das ist heute auch noch so aktuell wie damals 1872: „Nur Mut und in aller Demut mit großem Gottvertrauen ruhig der Zukunft entgegengehen.“ (Brief 23)

Samstag, 28. Januar 2017

Geduld – eine Tugend


Geduld ist nicht jedermanns Sache. Geduld hat mit Ausdauer zu tun, mit Hartnäckigkeit, mit Unnachgiebigkeit. Ein geduldiger Mensch ist bewundernswert. Ein geduldiger Mensch erreicht in der Regel eine Menge. Er gibt nicht klein bei und nicht vorschnell nach. Ein geduldiger Mensch hat Ausdauer. 

Sind Sie ein geduldiger Mensch? 

Ich glaube, Katharina Kasper ist ein sehr geduldiger Mensch. Wenn man ein solches Vertrauen in Gott hat wie es Katharina hat, dann muss man auch sehr viel Geduld haben, denn Gott hat einen langen Atem. Geduld ist einer der Namen Gottes. Vor allem hat er Geduld mit einer jeden, einem jeden von uns armseligen Menschlein. 

Für Katharina ist die Geduld eine Tugend. Wollen wir dahin gelangen“ [glückselig sein] … so müssen wir fromm beten, fleißig arbeiten, … besonders im Geist der Buße die täglich sich darbietenden allseitigen Abtötungen üben, besonders uns befleißigen der Tugenden der Demut, Geduld, Sanftmut und Liebe.“ (Brief 25) Katharina stellt also die Geduld auf die gleiche Ebene wie die Liebe. Sie ist sich ganz sicher, weil sie es selbst oft und oft erfahren hat: „Es kann ja auch nie schlecht gehen, wenn wir alles als von Gott kommend betrachten und aus Liebe zu Gott alles tragen und dulden. Für seine eigene Person muss man alles hinnehmen, ertragen; die am meisten sich in der Geduld üben, haben es am besten. Alles aus Liebe zu Gott, mit Gott und für Gott.“ (Brief 108) 

Gott hat einen langen Atem, - diese Erfahrung haben wir alle schon mal gemacht und nicht selten schmerzlich. Katharina geht es da nicht anders, das wissen wir aus ihrer Biographie. Und doch bleibt sie da ganz gelassen – und ist uns damit Vorbild. 

„Was man nicht ändern kann“, so pflegte sie zu sagen, „muss man ruhig gehen lassen; der liebe Gott hat seine Zeit, man darf dem lieben Gott nicht vorarbeiten wollen, sondern muss warten, bis seine Stunde gekommen ist.“ (Aufzeichnungen aus dem Leben Katharina Kaspers von Sr. Corona Nr. 165) 

Versuchen wir doch mal so zu leben. Ich glaube, wir könnten viel gelassener durch unseren Alltag gehen.
STH

 

 

 

 

 

Samstag, 21. Januar 2017

Die Zeiten ändern sich


Das ist ja wohl eine Binsenweisheit. Eigentlich jeden Tag erleben wir das. Meistens ist die Aussage „Die Zeiten ändern sich“ positiv gemeint. In der Regel sind wir froh, wie es heute ist und sehnen die Vergangenheit nicht herbei. 

Als ich in den 80ger Jahren eingetreten bin und so manche Geschichten – Klostergeschichten – aus den 20ger, 30ger, 40ger, 50ger Jahren hörte, die durchaus Realität gewesen waren, konnte ich nur staunen. Nicht selten bemerkte ich dann: „Bei Katharina wäre das sicher anders gewesen“ oder „Katharina hätte sicher ganz anders gehandelt“. Seit uns Katharina Kaspers Briefe zugänglich sind, bin ich oft bestätigt worden. Ein Beispiel möchte ich hier aufzeigen. 

Früher – also in den 20er, 30ger, 40ger, 50ger Jahren – war es so, dass eine junge Frau, die in die Gemeinschaft eintrat, nie mehr nach Hause kam, nur zur Beerdigung der Eltern. Letzteres ist ja ziemlich unsinnig, nicht wahr? Oft habe ich gedacht: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Katharina eine solche Regel erlassen hat.“ 

Dass mich da mein Empfinden nicht getäuscht hat, konnte ich dann in Katharinas Briefen lesen: Katharina hatte Sr. Hedwig erlaubt, nach Hause zu gehen, um ihre Mutter zu pflegen. Damit macht sie deutlich: Wenn die Schwestern dazu da sind, Kranke zu pflegen, dann wohl doch in erster Linie auch die eigenen Angehörigen. Heute ist diese Haltung selbstverständlich. Wir haben auch zwei Schwestern, die einmal die Mutter und einmal den Bruder pflegen – fern von ihrem Konvent. 

Katharina gab diese Erlaubnis trotz der Gefahr, dass dies ausgenutzt werden konnte. Mit Sr. Hedwig musste sie diese Erfahrung machen.

„Schwester Hedwig ist noch immer nicht hier und hat geschrieben, sie habe Erlaubnis vom Mutterhaus zu bleiben und ihre Mutter zu pflegen. Also trotzdem, dass ihre Verwandten hierher geschrieben, nachdem Schw. Hedwig abgereist war, sie brauche nicht zu kommen, die Mutter sei besser. Nun ist sie schon drei Wochen von hier.“ (Brief 44) 

Dieses Beispiel zeigt Katharinas große Offenheit und Weite, ihre Geduld und Nachsicht. Gerne wüsste ich, wie Sr. Hedwigs Geschichte weiterging. Das konnte ich allerdings nicht erfahren. Nur so viel: Sr. Hedwig machte 1867 Profess; als Katharina diesen Brief schreibt, ist sie 33 Jahre alt. Sie stirbt 1909. Ganz sicher hat diese Erfahrung mit ihrer Generaloberin sie positiv geprägt. 

Und wir können sagen: Die Zeiten ändern sich – immer wieder.
(STH)

 

 

Samstag, 14. Januar 2017

Den Himmel gibt´s … echt!


Kennen Sie dieses Buch? Man kann unterschiedlicher Meinung über die so genannten Nahtoderfahrungen sein. Wenn man aber dieses Buch gelesen hat, ist man fast gezwungen, daran zu glauben, dass es nach diesem Leben weitergeht. 

Für Katharina Kasper gibt es darüber keinen Zweifel. Sie ist davon überzeugt, dass das irdische Leben nicht alles ist. Im Gegenteil. Wir sind – so Katharina – für den Himmel – also für ein Leben bei Gott – geschaffen. Unsere Heimat ist ja nicht hienieden, sondern im Himmel will uns Gott haben.“ (Brief 213) 

Gestern haben wir eine Schwester zu Grabe getragen, heute einen lieben Kollegen. Schmerzlich ist der Verlust, und diesen Schmerz dürfen wir auch spüren und zugeben. Aber wir brauchen nicht dabei stehenzubleiben, ja, wir dürfen es nicht. Denn wir haben die Verstorbenen nicht verloren. Katharina ist sich sicher: „Es tut mir für dieses Mal recht leid, daß Sie gleich uns hier so viele liebe Schwestern verloren haben, aber … nur für diese Welt und ihr Wirken. Wir hoffen aber, daß Sie große Fürbitter im Himmel haben, die Sie mächtig unterstützen durch ihre Fürbitte. Und so wollen wir sagen mit Ergebung: Es geschehe der heilige Wille Gottes in allem und überall.“ (Brief 165) 
 
Katharinas Zuversicht, dass es den Himmel gibt, ist ein großer Trost. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass uns der Himmel – das Leben bei Gott und mit Gott – nicht nachgeworfen wird. Wir müssen hier auf dieser Welt schon noch einiges aushalten und wirken, bis wir das Ziel erreicht haben. „Es muß doch viel gelitten werden, ehe man in den schönen Himmel kommen kann.“ (Brief 228) Und letztlich haben wir nicht alle Zeit der Welt: „Wie schnell verfliegt doch die Zeit in diesem Leben. Möchte sie nur immer nützlich vergangen sein für den Himmel.“ (Brief 178)
 
Wie gut und beruhigend und tröstlich ist es, dass wir darauf vertrauen können: „Den Himmel gibt´s … echt!“
STH

 

 

 

 

Samstag, 7. Januar 2017

Wollen Sie glücklich sein?


Schon ist die erste Woche im Neuen Jahr 2017 vorüber. Die Zeit ist so schnelllebig. Kaum eine oder einer denkt noch daran, der oder dem sie gerade begegnet, ein gutes neues Jahr zu wünschen. Nach der letzten Silvesterrakete ging es so weiter wie vorher. Bevor man aus dem Dreh raus sein konnte, war man schon wieder tief drin. 

Katharina Kasper erinnert auch noch nach der ersten Woche daran, dass ein neues Jahr begonnen hat. Sie erinnert daran, dass mit dem neuen Jahr eine neue Herausforderung vor uns steht. Sie erinnert daran, dass das neue Jahr auch ein Neuanfang sein kann. 

„Wir wollen uns beim Beginn des neuen Jahres fragen: was verlangt der liebe Gott von einer jeden von uns? Und die Antwort können wir uns leicht geben: wollen wir glücklich sein in Gott, so müssen wir aus uns selbst herausgehen, uns losschälen und entäußern von unserer verkehrten Selbstliebe und die verkehrte Welt hassen und verabscheuen.“ (Brief 25) 

Haben Sie sich diese Frage zu Beginn des neuen Jahres gestellt? Wahrscheinlich nicht. Aber glücklich sein, das wollen Sie auch, nicht wahr? Katharina spricht vom Glück in Gott. Was sie dort anspricht, führt zum Glück in Gott und – wenn Ihnen dieser Gedanke zu fern ist – auch zum ganz persönlichen Glück. Katharina rät uns, aus uns herauszugehen, offen zu werden für andere und anderes. Sie rät uns, uns zu befreien von allem Egoismus und uns nicht dem Negativen, Zerstörerischem in der Welt auszusetzen, uns davor zu verschließen. „Wir werden zu dem, was wir schauen.“ (Goethe) Da haben wir viel selbst in der Hand. 

Katharinas Wunsch ist auch mein Wunsch für Sie: „Der liebe Gott wolle uns durch seine Gnade in das neue Jahr herüberführen und eine jede Seele … beseelen mit Seinem Geiste und mit Seiner Liebe, dieselbe leiten und führen im ganzen Jahre, ja das ganze Leben hindurch, bis wir durch alle Wogen und Stürme hindurch gewandert und zur Vereinigung mit Gott gelangt sind.“ (Brief 63)
STH