Katharina adlergleich

Katharina adlergleich

Samstag, 27. August 2016

Katharina

Dein Name,
Katharina,
trägt das,
was ER Dir schenken will:
Katharina, die Reine.
Denen, die reinen Herzens sind,
wird ER sich zeigen.
"Selig, die reinen Herzens sind,
denn sie werden Gott schauen." (Mt 5,8)
Du schaust!
Du hast geschaut,
aus der Schau
Dein Leben gestaltet.

In allen und allem
Ihn gesehen:
Gott, der sich zeigt,
denen,
die den klaren Blick haben.
    (sms)

Samstag, 20. August 2016

Eine Sprache zum Nachdenken

Manchmal ist einem Katharinas Sprache doch echt fremd. Dann merkt man, dass sie doch aus einem anderen Jahrhundert kommt. Aber wir sollten ihre Worte nicht einfach beiseitelegen – bringt mir ja doch nichts. Nein, gerade dann, wenn wir auf dem ersten Blick nichts mit ihnen anfangen können, sollten wir über ihre Worte nachdenken. Und wir werden erkennen, wie aktuell sie heute noch sind; und – sie bringen uns was.


So eine schwierige Aussage habe ich in Brief 25 gefunden:
„Was verlangt der liebe Gott von einer jeden von uns? Und die Antwort können wir uns leicht geben: wollen wir glücklich sein in Gott, so müssen wir aus uns selbst herausgehen, uns losschälen und entäußern von unserer verkehrten Selbstliebe und die verkehrte Welt hassen und verabscheuen. Sind wir frei von dieser verkehrten Selbstliebe und ihrem Anhange, so ist unsere Seele auch befreit von ihren bitteren Wirkungen und Aufregungen.“

Stimmt doch, was ich gesagt habe, oder? Aber – klicken Sie nicht einfach weg. Bleiben Sie.

„Wir müssen aus uns selbst herausgehen, uns losschälen und entäußern von unserer verkehrten Selbstliebe und die verkehrte Welt hassen und verabscheuen.“
Ich glaube, Katharina Kasper will uns nichts anderes sagen, als dass wir offen bleiben für den Mitmenschen, dass wir auf ihn zugehen.
Wenn ich eine Frucht schäle, dann befreie ich sie von der Schale. Wenn ich mich entäußere, dann entferne ich das Außen und lege das Innen frei. Es geht also um Freiwerden, Befreiung, und zwar von der verkehrten Selbstliebe.

Wir sollen uns selbst lieben; sonst können wir auch nicht den Nächsten lieben. Aber Egoismus macht uns unfrei und kapselt uns ab vom Mitmenschen. Der Egoismus gehört auch zu der „verkehrten Welt“. Damit ist eigentlich alles gemeint, was Leben beeinträchtigt, schadet, vielleicht zerstört. All das sollen wir verabscheuen und meiden.

Also, das Wort ist gar nicht so schwierig, oder? Im Klartext: Wir sollen gegen unseren Egoismus angehen und auf den Mitmenschen zugehen. Wir sollen uns frei machen von allem, was nicht gut ist, und –

wir werden glücklich sein. Es ist einen Versuch wert, oder?

STH

Sonntag, 14. August 2016

Dem lieben Gott wollen wir danken …

Morgen – am 15. August – feiert die katholische Kirche Maria Himmelfahrt.
Wir – die Armen Dienstmägde Jesu Christi – feiern den 165. Gründungstag unserer Gemeinschaft.

Ja, am 15. August 1851 legten die ersten fünf Frauen vor Bischof Peter Josef Blum in der Pfarrkirche in Wirges ihre ersten Gelübde ab, bekamen ihr Ordenskleid und ihren Ordensnamen. Seitdem hieß Katharina „Schwester Maria“, und weil sie sehr bald Generaloberin der noch jungen Gemeinschaft wurde, nannte man sie „Mutter Maria“.

Im Laufe der 165 Jahre traten – bis heute – ungefähr 8000 Schwestern ein. Schon zu Lebzeiten Katharinas wurden viele Filialen gegründet. Schon zu Lebzeiten Katharinas gingen die ADJC nach Holland, England und USA. Das Wachstum der Gemeinschaft ging nach Katharinas Heimgang weiter. Filialen wurden gegründet, die ADJC gingen auch nach Indien, Mexiko, Brasilien, Kenia und Nigeria. Katharinas Charisma ist nach 165 Jahren so aktuell wie damals; immer wieder lassen sich Menschen davon ansprechen und versuchen es, in ihrem Alltag zu leben. Wenn auch die Kerngemeinschaft geschrumpft ist, - das Charisma ist lebendig. Und wir sind in der frohen Erwartung, dass Rom dieses Charisma bald anerkennt als für die ganze katholische Kirche – nicht nur für das Bistum Limburg – wichtig und bedeutend, indem Katharina den Titel auch offiziell tragen darf, den sie schon seit Lebzeiten zugesprochen bekam: „heilig“. Sie können übrigens dazu helfen, indem Sie dem Papst einen Brief schreiben und um die Heiligsprechung bitten.


Zum 25jährigen Jubiläum ihrer Gemeinschaft schrieb Katharina: „Dem lieben Gott wollen wir danken, dass er in seiner unendlichen Liebe, Güte und Barmherzigkeit unsere Gemeinschaft hervorgerufen hat durch seine heilige Kirche, uns zu derselben berufen durch seine Gnade und Liebe und mit der Fülle seiner Gnade überhäufte im allgemeinen und eine jede insbesondere.“ (Brief 50)

Diesen Worten Katharinas will ich mich anschließen. Tun Sie es doch auch!
STH


Samstag, 6. August 2016

Da muss `was Besonderes sein …

Die Aufklärung im 18. Jahrhundert führte dazu, dass viele Fürsten und auch Kirchenleute dem Ordensleben kritisch gegenüberstanden. Mit rein kontemplativen Gemeinschaften – also Nonnen oder Mönche, deren Lebensschwerpunkt das Gebet war -  konnte man gar nichts anfangen. Wenn sie sich nicht an der Schulbildung der Bevölkerung beteiligen wollten, bekamen sie Schwierigkeiten. In Frankreich und in Gebieten unter französischer Herrschaft kam es schließlich zur Enteignung und Aufhebung vieler Klöster. Damit ist zu erklären, dass Katharina Kasper in ihrer Heimat – dem damaligen Nassau – keine Klöster kannte.

Immanuel Kant, deutscher Philosoph der Aufklärung

Im 19. Jahrhundert wurden dann viele Ordensgemeinschaften gegründet, vor allem von Frauen. Theresia Gerhardinger, Pauline Mallinkrodt, Rosa Flesch, Clara Fey, Franziska von Schervier sind da zu nennen, und mit einigen von ihnen hatte Katharina Kasper auch Kontakt. Jede dieser Frauen griff die sozialen Missstände auf, um sich für die Menschen, die darunter zu leiden hatten, da zu sein. Krankenpflege, Bildung und Kinderfürsorge sind da zu nennen. In ihre Zeit fiel dann die Säkularisation, die den Klöstern das Leben ähnlich schwer machte wie die Folgen der Aufklärung. Vor allem durften die Ordensgemeinschaften keine Novizinnen aufnehmen – Katharina litt auch unter dieser Tatsache, denn sie hatte permanent Schwesternmangel im Blick auf die vielen Nöte. Manche Ordensgemeinschaften starben damals aus. Nicht die Gemeinschaften der oben erwähnten Frauen, sie existieren bis heute.

Worin unterscheidet sich Katharina Kasper von den anderen Frauen?

Natürlich ist da das Charisma, das sich deutlich unterscheidet von den anderen Charismen. Ihr Charisma ist einzigartig in der Ordenslandschaft des 19. Jahrhunderts. Sie verbindet das Bild des Gottesknechtes und das Fiat der Gottesmutter. Beides findet seinen Ausdruck in dem Namen, den sie ihrer Gemeinschaft gegeben hat: Arme Dienstmägde Jesu Christi.

Außerdem stand die Tätigkeit nie in der Mitte ihres Lebens. Immer war es der Herr, dem sie leben wollte. Das muss notwendigerweise den Dienst an den Menschen folgen, weil wir ihm in ihnen begegnen. Nie verlor sie aus den Augen, dass der Herr die Priorität in ihrem Leben blieb. Und nie wurde sie müde, den Menschen nahe zu bringen, wie wichtig ein Leben mit Gott ist.

Bischof Peter Josef Blum
1859 – acht Jahre nach der Gründung der Gemeinschaft – schreibt Bischof Peter Josef Blum aus Limburg an den Papst in Rom: „In Dernbach, einem kleinen Dorf nahe der Stadt Montabaur, in der Diözese Limburg, strebte die fromme Jungfrau Katharina Kasper, die von ehrbaren Eltern, armen Bauersleuten, abstammte, seit früher Jugend danach, mit Gottes Hilfe und aus allen ihren Kräften sich selbst und auch andere gemäß ihrem Stand zu einem wahrhaft christlichen und heiligen Leben zu führen. Um das besser und wirksamer zu erreichen, als es ihr damals in ihrem Elternhaus in Dernbach möglich war, erwog sie den Gedanken, sich bei einer christlichen Familie, in der sie nicht gezwungen wäre, den ganzen Tag mit Arbeiten zu verbringen, als Dienstmagd zu verdingen. Da aber die Mutter, die schon in vorgerücktem Alter stand und arm war, ihre Tochter Katharina noch notwendig brauchte, nahm diese sich, da sie anderen nicht dienen konnte, schließlich vor, sich alsdann als treue Dienstmagd Jesu Christi zu erweisen und darum die Zeit, die ihr nach getaner harter Handarbeit täglich übrig blieb, ganz darauf zu verwenden, Kranke zu besuchen und zu pflegen und ihre Nächsten zur Liebe Jesu Christi zu führen.“

Diese einfache Frau aus dem Westerwald ist wirklich ein Geschenk an die Menschen – damals und heute.
STH


Samstag, 30. Juli 2016

Denkpause IV

Nur Stress. Nur Hektik. Die Arbeit frisst einen auf. Man kommt gar nicht mehr zu sich. Aber wenn man es zu etwas bringen will, dann muss man auch etwas in Kauf nehmen.

Oder:

„Wir wollen recht beten und alle Werke zur Ehre Gottes verrichten. Unsere Hauptwirksamkeit muss immer sein und bleiben, alles und allezeit im Dienste Gottes wirken, arbeiten und ertragen und entsagen. Nur fromm und alles für Gott tun.“ (Katharina Kasper, Brief 239) Bei sich sein, bei Gott sein, innere Kräfte sammeln, - dass gibt Gelassenheit. Gott ist es, der unserem Tun das Gelingen schenkt, wie und wann er es will, - wenn wir nur ihn im Blick behalten.

STH

Samstag, 23. Juli 2016

Denkpause III

Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau. Wenn mein Leben gelingen soll, muss ich es fest in beide Hände nehmen. Verlassen kann man sich nur auf sich selbst, sonst ist man verlassen. Man muss kämpfen, sonst geht man unter.

Oder:

„Überlassen wir uns dem Herrn allezeit, denn er sorgt für uns.“ (Katharina Kasper, Brief 128) Gott hält unser Leben in seinen Händen. Er hat einen Plan für uns, der sich realisiert, wenn wir uns ihm anvertrauen. Gott weiß, was uns gut tut, was uns not tut. Er ist die Liebe.

STH

Samstag, 16. Juli 2016

Denkpause II

Man muss die Ellenbogen gebrauchen, wenn man etwas erreichen will. Demut ist eine Aschenbrödeltugend: Augenniederschlagen, Duckmäusertum, lakaienhafte Geschmeidigkeit, abstoßendes Täuschungsmanöver für die eigene Karriere.

Oder:

„Demut ist die notwendigste Tugend.“ (Katharina Kasper, Brief 24) Sie ist die Gefährtin der Tatkraft. Sie garantiert die Konzentration des Willens auf ein Ziel, das erkannt und angenommen wird. Sie rechnet damit, dass das schwierige Tun, der große Lebensplan nicht auf allseitiges Verständnis stoßen wird und befreit davon, sich dauernd nach links und rechts zu verausgaben, um sich vor jedermann zu rechtfertigen. So schützt sie die eigene Würde. Demut weiß um Misserfolge und bleibt dennoch dem gewählten Weg und Ziel treu. Mut zum Risiko und das Wagen gehören zur Demut.

STH