Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 15. September 2018

Die Meinung der anderen


Haben Sie auch schon mal hinterfragt, was Ihre lieben Mitmenschen von Ihnen halten?
Also, so hat Jesus nicht gefragt. Das war ihm wahrscheinlich auch egal. Wichtiger war ihm die Frage: „Für wen halten mich die Menschen?“ (Mk 8,27b)
Und da kamen schon einige unterschiedliche Antworten: „Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen der Propheten.“ (Mk 8, 28) Das zeigt schon, dass man Jesus nicht so richtig einordnen konnte. 

Und Katharina Kasper? Eines ist sicher: Sie fragte weder „Für wen halten die Leute mich?“, noch „Was halten die Leute von mir?“ Beides war ihr piepegal. Für sie war wichtig, was Gott von ihr hielt. Und da war sie sich ganz sicher, dass Gott sie liebte, dass er mit ihr zufrieden war, denn sie erfuhr sich als von ihm geführt und geleitet. Dafür gibt es ganz viele Beispiele, allen voran die Geschichte mit dem ersten Häuschen, das sie für ihren „Frommen Verein“ baute. 

Auch wenn es ihr egal war, so hatten die Leute natürlich ihre Meinung von ihr.
In den E R I N N E R U N G E N  A U S  D E M L E B E N  D E R  S T I F T E R I N 
zusammengestellt von Schwester M. Aurelia Fröhlich ADJC können wir lesen: 

„`Mein Vater´, so erzählt Schwester Bernhardine, weiter, `zahlte eines Tages Herrn Jos. Müller, Dekorationsmaler in Limburg die Rechnung aus. Katharina Kasper, die gerade anwesend war, saß in demselben Zimmer unten und strickte. Da ließen sich beide in eine Unterhaltung mit ihr ein. Ich war oben in einem Zimmer beschäftigt. Es kam nun plötzlich Herr Müller, der einen Gegenstand hatte liegen lassen, zu mir herauf und sagte: `Die da unten sitzt, werden wir einmal als eine Heilige verehren.´ Seine Gattin, eine sehr fromme, gebildete Frau, hatte auch eines Tages eine geistvolle Unterredung mit ihr und sagte nach dieser zu Frl. Hellbach: `Es ist eine eigenartige Erscheinung, dieses Dernbacher Kathrinchen.´ 

In Hadamar wohnte nahe der Jesuitenkirche, der heutigen neuen Pfarrkirche, die Familie Schwanz. Es waren einfache, fromme Leute, die zu Katharina passten, und bei denen sie sich bald `heimisch´ fühlte, wenn sie zu ihrer Freude bei ihnen einkehrte. Häufige Besuche führten sie vor ihrer Klostergründung nämlich zu Pfarrer Hartmann. Es blieben Segensspuren ihrer Worte, ihres Beispiels und Gebetes in der Familie Schwanz zurück. Schwester Justina, eine Tochter des Hauses, erzählt: `…dass die Mutter ihren Kindern eine große Ehrfurcht für das fromme Kathrinchen einflösste, die sie wie eine Heilige verehrte. Ihr Weg zu Fuß führte sie über Hundsangen und zurück nach Dernbach. Nahm sie nach Erledigung ihrer Angelegenheiten beim Herrn Pfarrer Abschied von uns, so konnte sich die Mutter kaum von ihr trennen und ging mit dem Dernbacher Kathrinchen `auf den Weg´ bis Hundsangen. Das war eine Stunde weit von Hadamar. Bei ihrer Rückkehr, die uns Kindern oft zu lange dauerte, sagte sie so gerne: `Das Kathrinchen ist so fromm, ich höre sie so gerne, ich erbaue mich an ihr.´“ - (Seite 16) 

 „Sie [Katharina] war immer ein leuchtendes Vorbild, man hat sie immer für eine heilige Person, für eine große, begnadete Seele gehalten.“ (Seite 17)
„Die Schwestern, welche nach Euch leben, werden Euch beneiden, dass Ihr das Glück gehabt habt, mit ihr zu leben. Ich halte sie für eine lebende Heilige.“ (Seite 19) 

So wirkte Katharina auf viele Menschen. Sie hielten sie für eine Heilige. Kaum zu glauben, oder? Und die Kirche hat es jetzt auch endlich erkannt. Gott sei Dank dafür!
STH

Samstag, 8. September 2018

Franziskus lässt grüßen …


Die Medien sind auf Katharina aufmerksam geworden! Sie glauben nicht, was hier – im Blick auf die Heiligsprechung – abläuft. Allein nächste Woche habe ich Termine mit der Kirchenzeitung „Der Sonntag“, dem Deutschlandfunk und dem ZDF. Man muss schon flexibel sein. Auch wenn viele Fragen ähnlich sind, gibt es doch oft verschiedene Aspekte oder Schwerpunkte. 

Ein Gedanke, der immer wieder auftaucht: Warum ist Katharina Kasper heilig? Was hat sie heilig gemacht? Meistens wird das mit dem Wunder an Bruder Leo in Zusammenhang gebracht. Aber das ist ja absoluter Unsinn. Das Wunder ist ein „Muss“ von Rom. Aber das macht ja nicht die Heiligkeit eines Menschen aus, ob auf seine Fürsprache Wunder geschehen. Außerdem geschehen viel mehr Wunder als solche romgeforderten, spektakulären Krankenheilungen. 

„Heiligkeit“ ist ja so ein Wort, mit dem wir heutigen Zeitgenossen so unsere Schwierigkeiten haben. Wir sehen es in Zusammenhang mit Personen, die uns als Vorbilder vorgestellt werden, die oft für uns in unerreichbarer Ferne leuchten. Aber im Alten Testament wird der Gläubige schon aufgefordert: „Seid heilig, weil ich [Gott] heilig bin.“ (Lev 11,44) Das zieht sich durch bis ins Neue Testament, wo die Christen auch aufgefordert werden, heilig zu werden. Ja, das NT setzt die Heiligkeit voraus. „Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen.“ (Eph 3,12) Folgerichtig spricht Paulus die Adressaten seiner Briefe als „Heilige“ an. 

Papst Franziskus greift das Thema in seinem genialen Apostolischen Schreiben „Gaudete et exsultate“ auf und holt es runter auf den Boden, auf dem wir stehen. Er nennt einige „Merkmale  der Heiligkeit in der Welt von heute“: Durchhaltevermögen, Geduld und Sanftmut, Freude und Sinn für Humor, Wagemut und Eifer, und er bringt viele Beispiele, in denen wir uns ganz leicht wiederfinden können. Und damit wird deutlich: Heiligkeit ist etwas ganz Realistisches, wir können es greifen und wirklich in unserem Leben verwirklichen. 

Für Katharina Kasper war das eine Selbstverständlichkeit. „Was kann alles nützen, wenn unsere eigene Heiligung vernachlässigt würde?“ (Brief 150) Und deshalb fordert sie immer wieder dazu auf, an der eigenen Heiligung zu arbeiten. „Wir beten und bitten besonders täglich den lieben Gott für die Heiligung aller ... Ist ja dieses doch unser aller Aufgabe, beständig nach derselben zu streben.“ (Brief 206) 

Und dieses Streben nach Heiligkeit geschieht am besten und sichersten, wenn ich meinen Alltag im Vertrauen auf Gott und in seinem Sinne zu leben suche. „Hier … geht es noch soweit gut, wenn es [auch] täglich zu tragen und zu entsagen gibt. Das sind ja auch Mittel zur eigenen Heiligung ...“ (Brief 208) -  „… daß es Ihnen noch gut geht mit Gott. Das gleiche kann ich auch von hier sagen, wenn wir alles nehmen aus der Hand des Herrn als Mittel zu unserer Heiligung, so wie es von Gott gewollt ist.“ (Brief 73) 

Und warum das Ganze? Ganz einfach: „damit wir glücklich in der Zeit und selig in der Ewigkeit werden.“ (Brief 109)
Ist das nicht Grund genug, nach Heiligkeit zu streben?
STH

 

 

Samstag, 1. September 2018

Wussten Sie schon …


Katharina hat ihre eigene Homepage!  

Wussten Sie das schon? 

Sie müssen die unbedingt anklicken – sie ist einfach toll gemacht.

Viele Infos zur Geschichte – okay, die kennen Sie wahrscheinlich jetzt schon alle. Aber es gibt auch ganz viel Neues zur und rund um die Heiligsprechung.
Neue Lieder zu Katharina können Sie hören, auch das Mottolied.
Und ein Quiz gibt es. Toll. Ich hatte alles richtig! J Probieren Sie es doch auch mal. 

Das ist die Adresse: 


Ganz einfach, nicht wahr?

Gehen Sie mal hin. Es lohnt sich.
STH

 

Samstag, 25. August 2018

Der Geist ist es …


„Der Geist ist es, der lebendig macht.“ (Joh 6, 63)

Wie schaut es aus mit Ihrem Glauben daran?  

Katharina Kasper hat ganz ernst damit gemacht, dass Gottes Geist in ihr lebendig ist. Sie freute sich zu wissen, dass mit der Taufe ihre Seele die Wohnung des Heiligen Geistes geworden war. Aus all ihrem Tun und Reden ließ sie klar erkennen, dass sie stets von der Wahrheit überzeugt war: Ich weiß aus mir nichts; auch kann ich nichts und habe nichts aus mir selbst. Alles ist Geschenk, Gabe.  

Katharina war davon überzeugt, dass Gott zu ihr sprach, sie belehrte, sie leitete; deshalb sagte sie auch immer: „Der Geist, der in mir ist, hat das gesagt.“ („Erinnerungen aus dem Leben der Stifterin Mutter Maria Kasper“ zusammengestellt von Schwester M. Aurelia Fröhlich ADJC, S. 10) Sie hörte auf den Heiligen Geist in ihr, und sie erfuhr die Freude, die Jesus den Seinen verheißen hat, die seine Worte hören. Sie hörte auf den Heiligen Geist in ihr und konnte überzeugend Zeugnis geben von Gott, der Lebensfülle schenkt. Wie Petrus bekannte auch Katharina durch ihr ganzes Leben: „Zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ (Joh 6,69) 

Was könnte Gott aus uns, seiner Kirche machen, wenn wir auf ihn hörten? Denn - ist dies nicht bei allen Menschen so, dass Gott, der Heilige Geist, in ihnen spricht und sie bewegt? Natürlich müssen wir uns bewegen lassen.
STH

 

Samstag, 18. August 2018

Carpe Diem


„Carpe diem (Lat. für dt.  `Genieße den Tag´ oder wörtlich: `Pflücke den Tag´) ist eine Sentenz aus der um 23 v. Chr. entstandenen Ode `An Leukonoë´ des römischen Dichters Horaz (* 65 v. Chr.; † 8 v. Chr.). Sie fordert in der Schlusszeile als Fazit des Gedichtes dazu auf, die knappe Lebenszeit heute zu genießen und das nicht auf den nächsten Tag zu verschieben. Im Deutschen wurde die Übersetzung `Nutze den Tag´ zum geflügelten Wort, die Horaz’ Intention allerdings nicht vollständig wiedergibt. Der Appell ist hedonistisch nur im Sinne Epikurs gemeint, der für eine möglichst einfache Lebensweise eintrat.“ (Quelle: wikipedia) 

„Nutzt die Zeit“, fordert der Apostel die Epheser auf. Was meint er damit? Er fährt fort: „Seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des Herrn ist.“ (Eph 5, 15) 

 
Katharina Kasper sagt: „Machen wir allezeit einen guten Gebrauch von der kurzen Spanne Zeit, die so schnell vergeht und hineilt in die Ewigkeit.“ (Brief 72) 

Was meint sie damit? Wie können wir einen guten Gebrauch machen von der kurzen Lebenszeit, die uns geschenkt ist? Eine „möglichst einfache Lebensweise“ ist auf jeden Fall dabei und auch die Suche nach dem Willen Gottes. Aber ich denke, ihr geht es um mehr.  

„Alles zur größeren Ehre Gottes“ – ganz oft sagt und schreibt sie das. „Alles zur größeren Ehre Gottes“ – also all mein Denken, Reden  und Tun. Mein ganzes Sein und Handeln soll Gott verherrlichen, ihn ehren, von ihm Zeugnis ablegen. 

Und warum das? Ganz einfach: „Tun wir alles zur Ehre Gottes, ist alles gut und wird uns zum Heile dienen.“ (Brief 153) Sie ist ganz sicher: „Wenn alles zur Ehre Gottes geschieht und gewirkt wird, besonders die eigene Heiligkeit erstrebt wird, so geht ja alles andere gut und Gott segnet das Wirken.“ (Brief 140)
 
Und deshalb wird Katharina nicht müde, immer wieder zu ermutigen: „Beten und verrichten wir alle unsere guten Werke mit- und füreinander, alles zur größeren Ehre Gottes, zu unserem und des Nächsten Heile.“ (Brief 184) 

Also: „Carpe diem - Machen wir allezeit einen guten Gebrauch von der kurzen Spanne Zeit, die so schnell vergeht und hineilt in die Ewigkeit.“
STH

Samstag, 11. August 2018

Offen sein für Gottes Handeln


Am Mittwoch feiert die Kirche Maria Himmelfahrt. Für die Gemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi ist das ein besonderer Tag, - der Gründungstag. 

Am 15. August 1851 werden Katharina Kasper und ihre ersten Gefährtinnen von ihrem Haus – dem kleinen Klösterchen – von Bischof Peter Josef Blum persönlich abgeholt. Viele Dernbacher schließen sich ihnen in großer Freude an. Die Prozession macht sich auf den Weg nach Wirges, das etwa zwei Kilometer entfernt ist und zu dessen Pfarrei Dernbach gehört. In einem feierlichen Gottesdienst legen die fünf Frauen ihre Gelübde ab. Nun sind sie Ordensleute – Arme Dienstmägde Jesu Christi. 
 

Immer ist Katharina davon überzeugt, dass der eigentliche Gründer ihrer Gemeinschaft Gott ist; sie selbst ist nur Werkzeug in seiner Hand. „Gott hat die Gemeinschaft ins Leben gerufen, dieselbe gegründet und ihr seinen Geist gegeben, den wir uns aneignen sollen.“ (Brief 155)

Dieses Bewusstsein trägt sie ihr ganzes Leben lang. Die Schwestern erinnert sie immer wieder daran, selbst offen zu sein für Gott und sein Wirken in ihrem Leben. Dann wird Großes möglich. 

Dankbarkeit prägt Katharina Kasper – Dankbarkeit für die Gemeinschaft, Dankbarkeit für die eigene Berufung zu dieser Gemeinschaft. Sie weiß, dass alles Geschenk ist, göttliche Gnade. Zum 25jährigen Bestehen der Gemeinschaft schreibt sie an ihre Schwestern: „Gott wollen wir danken, dass er in seiner unendlichen Liebe, Güte und Barmherzigkeit unsere Gemeinschaft hervorgerufen durch seine heilige Kirche, uns zu derselben berufen durch seine Gnade und Liebe und mit der Fülle seiner Gnaden überhäufte im allgemeinen und eine jede insbesondere.“ (Brief 50)

Auch 167 Jahre nach der Gründung können wir mit ihren Worten jubilieren.
STH

Samstag, 4. August 2018

O-Ton Katharina


Diesen Brief an einen Konvent der amerikanischen Provinz der Gemeinschaft schrieb Katharina Kasper in erster Linie, um die Verbindung dieser Schwestern mit dem Mutterhaus lebendig zu halten. Aber achten Sie mal auf den Inhalt. Das ist nicht einfach ein bisschen Small-talk. Das passt nicht zu Katharina. Da stecken auch ganz viele geistliche Tipps und Hinweise drin. Es ist der Brief 245. 

Meine lieben Schwestern

Viel lieber wäre ich persönlich zu Ihnen nach Amerika gekommen, als ein Briefchen zu schreiben. Da dieses für mich nicht mehr gehen kann, so erhalten Sie diese wenigen Zeilen, wodurch ich Ihnen mitteilen will, daß es mir und den lieben Schwestern soweit noch gut geht mit Gottes Gnade. Wir wollen denn gegenseitig beten für- und miteinander, daß wir Gott eifrig dienen und den heiligen Willen Gottes treu erfüllen wollen, was ja unsere heilige Pflicht ist. Hoffentlich geht es Euch noch allen gut, was ich auch von hier sagen kann. Wenn wir nach den heiligen Regeln Gott dienen, dieselben treu beobachten, so wird es uns gut gehen, meine lieben Schwestern. Wir beten ja miteinander, pflegen die Kranken und erziehen die Kinder, welche man uns zur Erziehung anvertraut. Halten wir unsere heilige Regel treu, so hält uns auch der liebe Gott. So fahren wir denn fort mit- und füreinander zu beten und zu arbeiten, so ist alles gut. Hier in Deutschland hat es den ganzen Sommer fast gar nicht geregnet, und es herrscht sehr große Trockenheit und somit auch große Armut. Besonders ist großer Futtermangel fürs Vieh. Der liebe Gott weiß, wie es für uns am besten ist. Wir wollen uns bemühen, immer besser und tugendhafter zu werden und dem lieben Gott treu zu dienen. Zum Schlusse die herzlichsten Grüße und befehle Sie in die heiligsten Herzen Jesu und Maria 

                                                                                  Ihre
Dernbach, den 12. <Juli> 93                                         unwürdige Mutter Maria
                                                                                         arme Dienstmagd
                                                                                               Christi