Katharina adlergleich

Katharina adlergleich
Vergiss nicht, dass du Flügel hast ...

Samstag, 15. Dezember 2018

Freude statt Sorge


Am Sonntag feiern wir den 3. Adventssonntag. „Gaudete“ heißt er – „Freuet euch!“ Alle Texte haben mit der Freude zu tun – mit der Freude, dass ganz bald der Retter kommt, der Erlöser, auf den wir warten. Wir Christen glauben daran, dass der Messias schon gekommen ist. Und doch ist es gut, sich immer wieder neu zu erinnern, die Adventszeit immer wieder neu zu feiern, ebenso wie das Weihnachtsfest. 

Ja, und nun  - so knapp vor Weihnachten – heißt es „Gaudete – Freuet euch!“ Paulus fordert uns durch seinen Brief an die Philipper auf: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott.“ (Phil 4, 4-6)  

 
Freude ist ein wichtiges Thema bei Katharina. „So kann ich nur wiederholen“, sagt sie, „was ich so oft gesagt: meine einzige Freude in dieser Welt und in der Gemeinschaft besteht darin, wenn der liebe Gott geliebt und ihm gedient wird.“ (Brief 69) Vor allem kommt es ihr darauf an: „Aber immer und allezeit nur suchet Gott allein zu gefallen und ihm Freude zu machen.“ (Brief 80)  

Das hört sich so einfach an. Hatte sie denn keine Sorgen und Probleme? Wenn man nur an den Kulturkampf denkt, weiß man, dass es auch im Leben Katharinas genug Sorgen und Probleme gab. Einmal sagt sie sogar: „Hier geht es auch gut; wir sind jedoch so mit Arbeit und Sorgen belastet, dass man sich alsmal dadurch machen möchte.“ (Brief 133) Super finde ich diese Aussage; und irgendwie tut es gut, dass es auch einer Heiligen schon mal so geht wie uns.

Ja, wie geht sie mit den Sorgen um? Sie läuft jedenfalls nicht weg – das liegt ihr fern. Schon in dieser Aussage wird deutlich, dass sie auf jeden Fall positiv denkt. „Hier geht es gut“, kann sie trotz der Sorgen sagen. Die positive Einstellung ist ganz wichtig. So spricht sie sogar vom Segen: „Ich kann sagen, allezeit bin ich mit sehr vielen Arbeiten und Sorgen gesegnet.“ (Brief 80) 

Paulus mahnt, den Kontakt und das Gespräch mit Gott zu suchen; und genau das macht Katharina: „Hier viel Sorgen und Arbeit. Aber alles für Gott, so ist ja alles gut.“ (Brief 100) Und sie gibt den wichtigen Rat: „Machen Sie sich nur keine unnötigen Sorgen, gehen Sie mit Ruhe von einem Tage auf den andern Ihren Weg mit Gott, so geht es gut. Hier noch alles beim alten. An Arbeit und Sorge kein Mangel, und so geht es in und mit Gott gut.“ (Brief 84) Katharina ist ganz sicher: „Wir müssen fromm beten, damit der heilige Wille Gottes geschehen möge …, an allen … bis zur kleinsten Handlungsweise. Das Glück in Gott suchen und finden, ist wahres Glück, Friede und Freude an der Erfüllung des heiligen Willens Gottes.“ (Brief 271) 

Gaudete – Freuet euch! Sie sehen, es ist möglich – trotz allem -, wenn wir nur Gott im Blick haben.
STH

Samstag, 8. Dezember 2018

Erwartung und Ankunft


In den Briefen der hl. Maria Katharina finden sich kaum Stellen, an denen sie speziell etwas zu Advent und Weihnachten sagt. Doch sie scheint ähnliche Erfahrungen gemacht zu haben, wie wir heute: „Es kommt jetzt wieder die schöne Adventszeit, aber auch zugleich die unruhige Zeit, wo es viel, viel Schreibereien und manches andere zu tun gibt. Sonst ist alles so ziemlich beim alten geblieben.“ (Brief 177 vom 22.11.1890)  

Das ist erlebte Realität bei der hl. Maria Katharina, die auch wir nur allzu gut kennen.  Es ist schwierig, sich nicht vom hektischen Treiben mitreißen zu lassen. Ab September „weihnachtet“ es in den Ladenregalen, spätestens im November suggerieren uns die Schaufensterauslagen, was wir uns doch so sehnlich wünschen. Dazu kommt bald die Dauerberieselung mit Weihnachtsliedern. Mit Advent und Weihnachten hat das nichts zu tun.  

In Maria Katharina ist eine starke Sehnsucht nach Gott lebendig; sie charakterisiert ihr ganzes Leben: „Wir wollen uns umso mehr sammeln in der heiligen Adventszeit und beten und uns vorbereiten auf die schöne Zeit der Gnaden, uns umso würdiger machen, wieder mehr mit Mut und Vertrauen den heiligen Willen Gottes erfüllen zu wollen, als fromme Schwestern dem Herrn mit Eifer dienen, ihn lieben. Was ist denn nur noch schön auf dieser Welt, als für Gott leben und ihm treu dienen.“  (Brief 223 vom  9.11.1892) 

Das Warten auf Weihnachten meint nicht, einfach still dazusitzen, sondern ist höchste Aktivität – aber ohne Hektik. Die Adventszeit fordert mich heraus, innerlich still zu werden, wach und achtsam zu sein, meine Sinne zu schärfen für die Anwesenheit Gottes in unserer unruhigen Welt. Sich sammeln, beten, Gott mit Eifer dienen, ihm in den Menschen um mich herum begegnen – das ist der Weg für Maria Katharina. Das kann auch unser Weg sein, denn da ist nichts Abgehobenes. Das sind Begegnungen im Alltag. In vielen ihrer Briefe gibt Maria Katharina ihrer Dankbarkeit gegenüber Gott Ausdruck, weil sie und ihre Schwestern sich für Menschen in Not einsetzen können. „Kündet allen in der Not: Fasset Mut und habt Vertrauen. (…) Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.“ (GL 221,1) 

Wir können aussteigen aus dem „Weihnachtstrubel“, denn wir werden erwartet von Gott und können ankommen bei ihm. Lassen wir Gott auch bei uns ankommen.
(SAP)
 

 

Samstag, 1. Dezember 2018

Schöne Adventszeit!?


„Es kommt jetzt wieder die schöne Adventszeit, aber auch zugleich die unruhige Zeit, wo es viel … zu tun gibt.“ (Brief 177) So schreibt Katharina Kasper 1890 an eine Mitschwester. Sie machte damals also schon die gleiche Erfahrung wie wir heute. Sie weiß aber auch, wie wichtig es ist, diese Zeit gut zu nutzen: „Wir wollen uns umsomehr sammeln in der heiligen Adventszeit und beten und uns vorbereiten auf die schöne Zeit der Gnaden...Was ist denn nur noch schön auf dieser Welt, als für Gott leben und ihm treu dienen.“ (Brief 223) Gilt das nicht auch für uns heute? 

Advent hat mit Warten zu tun. 

Warten ist die Hoffnung
auf die Erfüllung
aller verborgenen Sehnsucht. 

Warten ist die Sehnsucht
nach bleibendem Glück,
nach vollkommener Liebe,
nach beständiger Erfüllung. 

Warten ist der unendliche Schmerz des Heimwehs,
ist das unaufhörliche Seufzen alles Geschaffenen
nach der letzt-gültigen und der end-gültigen
Erlösung.

„Was ist denn nur noch schön auf dieser Welt, als für Gott leben und ihm treu dienen.“
Das Warten wird gelohnt. 

Von Herzen wünsche ich Ihnen eine gesegnete Adventszeit.
STH

Samstag, 24. November 2018

Katharina


Erstaunlich jung

bist Du
 

Du schaust mich an

Du schaust ins Herz
 

Die Oberfläche

Hält Dich nicht fest

Du schaust in die Tiefe

Du siehst

den Menschen

in seiner Sehnsucht
 

Die Nachfolge Christi

in Deinen Händen

schenkt Weisung

Dir und für die anderen

zu denen Gott Dich sendet

die Er Dir schickt
 

Erstaunlich jung

bist Du
 

Du schaust mich an

Du schaust ins Herz
 

Von Dir

lass ich

mich berühren
 

Von Dir

lass ich

mich bewegen

zu Gott

zu dem Menschen

hin
 

(sms)

 

Sonntag, 18. November 2018

Katharina pur


Bevor Sie weiterlesen, bitte ich Sie, eine kurze Bibellektüre zu machen.

Schlagen Sie doch mal Eph 1,3-12 auf. Lassen Sie den Text mal auf sich wirken. 

Fällt Ihnen etwas auf? 

Das ist Katharina pur.
 
Was meine ich damit? Sie können diesen Text fast 1 zu 1 auf Katharina Kasper anwenden.

Das glauben Sie nicht? Dann hören Sie mal:
 

Bei diesem Text handelt es sich um ein Loblied auf den Heilsplan Gottes.

Dieser Lobpreis macht deutlich, dass es Gott ist, der heiligt – d.h., der heilig macht.
 

Auch Katharina – davon dürfen wir ausgehen – wurde von Gott vor allen Zeiten auserwählt.

Er hat sie auserwählt, dazu erwählt, heilig und untadelig zu leben vor Gott.

Aus Liebe zu diesem Menschen hat Gott sie dazu bestimmt, durch Jesus Christus sein Kind, seine Tochter zu werden.

„In allem und überall geschehe der heilige Wille Gottes“ – das war Katharinas Lebensinhalt. Durch diesen heiligen Willen, durch diesen gnädigen Willen gelangte Katharina zu ihm. 

„Der Geist, der in mir ist, hat mir das gesagt.“ So Katharina. Gott hat sie mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch ihre Gemeinschaft mit Jesus Christus, die sie jeden Tag neu lebte.

Gott beschenkte Katharina mit aller Weisheit und Einsicht und tat ihr je neu seinen Willen kund.

Katharina, die ihr Leben lang auf Gott gehofft hat, die ihr Leben lang den Willen Gottes tun wollte, die ihr Leben lang mit Gott und für ihn leben wollte – sie wurde zum Lob seiner Herrlichkeit;

sie wurde göttliches Werkzeug, um Zeugnis zu geben für den göttlichen Heilsplan: „die Fülle der Zeiten heraufzuführen und in Christus alles zu vereinen, was im Himmel und auf Erden ist“. 

Was sagen Sie jetzt?
Katharina pur …
STH

 

 

Samstag, 10. November 2018

Systemsprenger


Wissen Sie, was ein Systemsprenger ist?

Das ist ein Begriff aus der Pädagogik. Er bezeichnet Kinder und Jugendliche, die irgendwie aus dem Rahmen fallen. Meistens fällt das negativ auf. 

Ich musste bei dem Begriff „Systemsprenger“ sofort an Katharina Kasper. Sie war auch eine Systemsprengerin – schon als Kind und Jugendliche. 

Als Kind konnte Katharina schon mal glücklich und laut lachend zu ihrer Mutter springen und rufen: „O wären wir doch so recht arm, o dann wäre ich froh!“ Die Mutter sagte dann logischerweise unwillig zu ihr: „Nun, wir sind doch arm genug, man meint, du bist nicht recht gescheit!“ Ein anderes Mal sagte Katharina zu ihrer Mutter: „O, wenn ich doch wo wär’, wo ich so recht gehorsam sein könnte und sein müsste! O wie würde ich da folgen!“ Darauf entgegnete ihre Mutter ganz nüchtern: „Folge nur hier uns, dann kannst du genug gehorsam sein; du wirst noch ganz verrückt.“ Diese Worte ließen das Kind vor innerem Vergnügen laut lachen: „O wäre ich doch verrückt! Hielten mich doch alle Leute für verrückt!“ Dass die Mutter daraufhin ärgerlich wurde, ist verständlich. Sie sagte zum Vater: „Hör’ mal, das Kind will verrückt werden.“ - „Nicht verrückt wie Schönbergers Hannes, anders verrückt, meine ich,“ erklärte Katharina hierauf.  

Vielleicht ist die Reaktion des Vaters auch ein kleiner Tipp für heutige Pädagogen. Der Vater, ein ruhiger, frommer, verständiger Mann, der seine Tochter über alles liebte, sagte zu seiner Frau: „Lass das Kind gehen, wer weiß, was Gott mit ihm vorhat!“ Ob er schon eine Ahnung hatte von dem, was Gott für seine Tochter bereithielt? 

Katharina Kasper – eine Systemsprengerin. Ich glaube, alle Heiligen sind irgendwie Systemsprenger.

Müssen wir, die wir uns Christen nennen, nicht auch Systemsprenger sein?

Haben wir den Mut dazu!?
STH

 

Samstag, 3. November 2018

Glaube, und Unmögliches wird möglich


Die Geschichte vom blinden Bartimäus ist eine meiner Lieblingsgeschichten der Bibel. (Mk 10, 46-52) Da ist ein Mann, der hat von Jesus gehört, und als er bemerkt, dass er in seine Nähe kommt, macht er sich mit Nachdruck bemerkbar und lässt sich durch nichts davon abbringen. Als Jesus ihn zu sich ruft und ihn fragt, was er will, sagt er ganz einfach: „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.“

In diesen Tagen, in denen wir die Heiligsprechung von Katharina Kasper feiern, fällt mir bei dieser Bibelerzählung auch sofort die Heilige des Westerwaldes ein. Viel hörte sie von diesem Jesus von Nazareth in der Schule und im Gottesdienst, die sie beide mit Begeisterung besuchte. Gott kam ihr nahe, und sie machte sich ihm bemerkbar – zunächst schon als Kind. Da wollte sie verrückt sein, verrücken, abrücken von den gängigen Normen für Frauen in ihrer Zeit. Sie wollte abrücken, verrücken von der Erwartung Hof, Herd, Kinder. Sie wollte ganz im Gegenteil arm, gehorsam und ganz für Gott leben. Und davon ließ sie sich von niemandem abhalten – weder von der Familie (ihre Mutter verstand nicht, dass sie oft beichten ging), nicht von den Geistlichen (die ihr teilweise Knüppel zwischen die Beine warfen), nicht von der Gesellschaft (die sie teilweise für wirklich verrückt erklärte). Und Jesus hörte sie und rief sie, und ganz klar formulierte sie ihre Bitte, ihren Wunsch: „Ich will Arme Dienstmagd Jesu Christi sein.“

Wie der blinde Bartimäus glaubte Katharina. Sie glaubte und vertraute grenzenlos, bedingungslos. Das setzte bei ihr Fähigkeiten frei. Unmögliches wurde möglich. Unglaubliches wurde Wirklichkeit. Unvorstellbares wurde greifbar.

Wie Bartimäus folgte auch Katharina auf Jesu Weg, d.h. sie lebte die Hingabe an ihn: „Mein Jesus, mein alles. Mein Jesus, mein Leben. Mein Jesus, mein Gewinn. Alles für Gott, alles mit Gott…!“ (Brief 97) Katharina – sie kann Vorbild auch für heute sein.
STH