„Für wen halten mich die Leute?“ (Lk 9,18) Diese Frage stellt Jesus seinen Jüngern. Und dann
noch: „Für wen haltet ihr mich?“ (Lk 9, 20)
Diese Frage stellt Jesus ja
auch einer jeden, einem jeden von uns: Für wen hältst du mich?
Was hätte Katharina Kasper
darauf geantwortet?
Ich glaube, nur auf den
ersten Blick fällt die Antwort schwer, weil Katharina natürlich an keiner
Stelle zu verstehen gibt: „Jesus ist für mich wie …“
Meiner Meinung nach geben
ihre Gebete sehr viel Aufschluss darüber, für wen Katharina Jesus hält. Zwei
ihrer Gebete möchte ich aufgreifen.
„Ach, mein Gott,
was könnte uns denn außer Dir
noch glücklich machen?
Gewiss nichts soll unser Herz beglücken,
als Dich allein zu besitzen.
O Herr, sei mir Sünder barmherzig'; (Lk 18,13)
was könnte uns denn außer Dir
noch glücklich machen?
Gewiss nichts soll unser Herz beglücken,
als Dich allein zu besitzen.
O Herr, sei mir Sünder barmherzig'; (Lk 18,13)
führe Du, mein Gott,
mich in das begonnene
neue Jahr herüber.
Leite mich in und
durch dasselbe durch Deine Gnade
nach Deinem Willen
und Wohlgefallen.
(Brief
281)
Dieses Gebet mag ich sehr. Es
macht zunächst einmal deutlich, dass Katharina keinen Unterschied macht
zwischen Gott und Jesus; d.h. also für sie ist Jesus Gott. Und dieser Jesus
kann das menschliche Herz so glücklich machen, dass es nichts anderes begehrt oder
verlangt. „Ihn allein besitzen“ –
das gelingt nur dem liebenden, betenden Herzen, das Gott sucht und sich ihm
hingibt. Weiter ist dieser Jesus der, der das gläubige Herz führt, leitet,
begleitet. Da dies durch seine Gnade geschieht, kann nichts schiefgehen.
Für wen hält Katharina Jesus?
Er ist für sie Lebensinhalt.
Er ist für sie Lebensziel. Er ist ihr Leben. Sie selbst bringt dies auf den
Punkt, wenn sie betet:
„Mein Jesus, mein
alles,
Mein Jesus, mein
Leben.
Mein Jesus, mein
Gewinn.
Mein Jesus soll ganz
mein sein,
und ich will ganz
Dein sein.
O mein Jesus, meine
Liebe!“
(Brief
Nr. 97)
Ein schöneres Gebet gibt es
nicht.
(STH)