Ob Jesus
gelacht hat?

Ob
Katharina Kasper gelacht hat?
Auch diese
Frage stellen sich manche Menschen ganz ernsthaft. Dass auch sie einen feinen
Humor hat, das kann man in vielen Briefen feststellen. Ihre Briefe sind auch
Zeugnisse dafür, dass die Freude in ihrem Leben eine große Bedeutung hat.
Schwester M. Aurelia Fröhlich (gest. 1930) schreibt in ihren gesammelten Erinnerungen
an Katharina:
„Die Freude ist ihr [Katharina] ein
Kennzeichen des echten Berufsgeistes. `Nur fromme Schwestern freuen sich; die
das nicht sind, fühlen sich lau, träge, unglücklich.´ - Beim Aufzählen der
Gründe zu wahrer echter Freude für Ordensleute kann sie es nicht begreifen,
dass man so lustige, weltliche Ordensleute sieht, die ihr Glück in äußeren
Vergnügen suchen. - `Wir haben das Glück, morgens die hl. Messe zu hören, so
oft die heiligen Sakramente zu empfangen, so oft den Tag hindurch zum Gebet zu
gehen. Wir dürfen und sollen uns freuen, dass wir für Gott arbeiten und leben
dürfen. Auch in der Erholung kann man munter sein.´“
Schwester
Aurelia weiß auch, dass Katharina einst
zur Novizenschar sagt: „Macht einmal
Erholung, dass man’s hört, nur nicht ausgelassen sein!“ Und weiter: „Lautes Lachen oder unbeherrschtes Schreien
duldete sie nie. Eine falsche Auffassung von der Frömmigkeit, die sich zur Unzeit
in Schweigen hüllt, war ihr zuwider. Das hat sie gelegentlich einer Visitation
in Schlesien (1867 oder 1868) einmal anschaulich gemacht, um einigen
ängstlichen Seelen den Begriff von gesunder Erholungsfreude klar zu zeigen. Sie
ließ einen Tanz aufführen und tanzte selbst am besten. ... Ähnliches tat Mutter
Maria Katharina öfters zur Erheiterung ihrer Schwestern, mit denen sie scherzen
und singen konnte zur Ehre Gottes und wies dabei auf David hin, der ja auch vor
der Bundeslade des Herrn getanzt habe.“
Freude, ein
Zeichen echter Frömmigkeit? Das gilt nicht nur für Ordensleute, sondern für
alle, die sich Christen nennen. Diese Freude gründet in dem Wissen, dass wir
Kinder Gottes sind und von ihm geliebt werden. Das Glück, an der Heiligen Messe
teilzunehmen, die Sakramente empfangen zu dürfen und zu beten – dieses Glück
hat jede Christin, jeder Christ, wenn sie es wollen. Diese Freude sucht auch
ihren Ausdruck im Alltag. Dies kann im Lachen sein oder im Lied oder im Tanz
oder …
Diese
Freude wünsche ich Ihnen – und nicht nur in den Faschingstagen.
STH