In diesen Tagen herrscht bei uns im Kloster der
Ausnahmezustand. Ein Fernsehteam vom WDR ist hier und dreht für seine neue
Sendereihe „Das Lachen der anderen – Comedy im Grenzbereich“. Die beiden
Hauptakteure dieser Sendung – Mickey Beisenherz und Oliver Pollak – greifen
eine ihnen fremde Lebenswelt auf, um sie dem breiten Publikum vorzustellen; das
tun sie nicht tierisch ernst – auch wenn manches sehr ernst ist -, sondern mit
einem ordentlichen Schuss Humor.
Wie fremd ihnen die Lebenswelt Kloster ist, wird in jedem
Gespräch deutlich. Dass Gott eine Realität ist, eine lebendige Person, die man
durchaus erfahren kann – das ist für die beiden – vor allem für Oliver – nicht
nachvollziehbar. Auch Beispiele überzeugen da nicht.
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Bekehrung des Paulus,
Caravaggio,
Cerasi-Kapelle in der Kirche „Santa Maria del Popolo“, Rom.
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Mir wird in diesen Tagen wieder deutlich, wie schwierig es
heute ist, Menschen, die nichts mit Religion am Hut haben, Gott nahe zu
bringen. Vielleicht sind wir da wirklich machtlos. Nur Gott hat Macht und
Möglichkeit, das Herz eines Menschen zu berühren und zu ergreifen und sein
Leben damit umzukrempeln. Beispiele dafür gibt es in der Geschichte genug,
angefangen bei Paulus.
Mir wird in diesen Tagen aber auch wieder deutlich, welch
ein großes Geschenk der Glaube ist; welch ein großes Geschenk es ist, mit Gott
leben zu dürfen. Wenn ich in das Leben Katharina Kaspers schaue – da ist
unverkennbar, dass Gott eine Realität ist. Mit dieser Realität verbindet sie
eine tiefe, lebendige Liebesbeziehung, die ihr Leben prägt und erfüllt. Wenn
ich in das Leben Katharina Kaspers schaue, dann wird in mir die Sehnsucht ganz
stark, ebenso leben zu dürfen, ebensolche Erfahrungen machen zu dürfen.
“Wenn wir dem lieben
Gott eifrig dienen und ihn innig lieben, so ist und bleibt er immer bei uns.“ (Brief
270) „Was ist denn nur noch schön auf
dieser Welt, als für Gott leben und ihm treu dienen.“ (Brief 223) Warum
kann sie so sprechen? „Im Leben in Gott
und im Dienste Gottes sein Glück suchen, ist der Himmel schon hier auf Erden.“
(Brief 73) Und: „Unsere Seele [findet] eher keine Ruhe, bis dass sie Ruhe gefunden in
Gott.“ (Brief 72)
Diese
Erfahrungen wünsche ich allen Menschen, vor allem aber denen, die meinen, für
immer ohne Gott leben zu können.
STH