Ich muss einfach noch einmal
auf Katharina Kaspers Brief 200 eingehen. Er ist einfach zu schön.
„Wir wollen wahrhaft das Glück suchen und die Mittel
anwenden und gebrauchen, welche uns glücklich machen können, und wodurch der
liebe Gott uns glücklich machen kann und machen will.“
Das Entscheidende für
Katharina – ich habe das schon angesprochen – ist, stets den Willen Gottes zu erfüllen.
In engem Zusammenhang damit steht für Katharina das Streben nach einem innigeren Umgang mit Gott.
Aber sie nennt noch weitere
Mittel, um glücklich zu werden.
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(twinlili/ pixelio.de) |
Zunächst einmal sollen wir uns der Pflichten
unserer Lebensordnung und Tätigkeit bewusst sein, sie kennen und leben.
Dann der Friede: „Sie wissen alles dieses selbst sehr gut, was wir zu tun und zu
lassen haben, was uns den Frieden des Herzens und des Hauses bringt und
auch, wodurch der Friede im Herzen und im Haus gestört wird.“ Diese
Worte sind eindeutig, nicht wahr?
Weiter mahnt sie: „Bestreben wir uns der Reinheit des Herzens und der Seele; sind
wir rein in unsern Gedanken, Worten und Werken; rein in unserem
Gedächtnis, Verstand und Willen sowie in unsern Sinnen, im Charakter und
Natur.“ Was bedeutet hier Reinheit? Das Wörterbuch hilft weiter.
Reinheit meint Klarheit, Echtheit, Lauterkeit, Makellosigkeit; Reinheit
meint auch Unschuld. Und so kann Katharina sagen, sozusagen
schlussfolgern: „Ist dieses
allezeit unsere Absicht und gute Meinung, frei zu werden von aller
ungeordneten Liebe gegen alle Geschöpfe und geschaffenen Dinge und auf der
anderen Seite nur das Wohlgefallen Gottes zu erstreben und nur zu leben,
zu leiden für Gott, mit Gott und weil es Gott so will; alles Gute zu üben
und alles Böse zu meiden, so werden wir hienieden schon genießen eine
große Seligkeit in Gott, ja dann wird in allem und überall der Friede in
Gott gefunden, und unsere Seele wird glücklich sein.“
Wenn
wir uns das alles so richtig bewusst machen und nachzuvollziehen versuchen,
dann müssen wir zugeben: Recht hat sie, die Katharina. Das Wissen um das Glück
im Jenseits ist ja schon ganz schön. Aber wollen wir nicht alle schon hier und
heute und jetzt glücklich sein? Natürlich gibt es das nicht zum Nulltarif. Aber
Katharina wird ja ganz deutlich: „Da
sind so einigermaßen die Mittel und Wege bezeichnet, die uns in dieser Welt das
Glück finden lassen. Suchen wir nun mit Ernst dieselben zu benutzen, damit wir
in der Zeit und in der Ewigkeit glücklich werden und jenen Frieden finden, den die Welt nicht geben und nicht nehmen
kann (Phil 4,7).“
Nun
sind wir dran. Gehen wir es an …
STH