In den neunziger
Jahren fand in der Gemeinde, in der ich lebte, jedes Jahr im Sommer eine
Mädchenfreizeit für Kinder bis 12 Jahre statt. In einem Jahr fiel Maria
Himmelfahrt in diese Woche. Das Thema, das der Pfarrer seiner Predigt gab, war:
„Maria ist verduftet.“ Mehr weiß ich nicht mehr. Aber dieser Titel schon
faszinierte mich. Vielleicht wegen seiner Doppeldeutigkeit?
Maria ist verduftet.
– Kinder spricht das an. Maria hat sich aus dem Staub gemacht. Und so hörten
wir später noch oft, wenn wir nach der Bedeutung von Maria Himmelfahrt fragten:
„Maria ist verduftet.“
Die andere Bedeutung
aber ist viel schöner: Maria ist fort, aber sie hat ihren Duft zurückgelassen.
Ein Duft ist ein „zarter, angenehmer Geruch, eine besondere Atmosphäre, ein
eigenartiger Reiz“. Jede und jeder wird diese Definition des Wörterbuchs anders
füllen. Aber wir sollten uns fragen: Welchen Duft bringen wir mit Maria in
Verbindung?
Ich denke spontan an
ihr gläubiges, vertrauensvolles Ja zu Gottes Auftrag, Mutter seines Sohnes zu
werden, an ihre Einfühlsamkeit und Zärtlichkeit den Menschen gegenüber – denken
Sie an die Hochzeit zu Kana -, an ihre grenzenlose Liebe, die Frieden schafft –
niemand sonst wird so um Frieden angefleht wie Maria, und es gibt unzählige
Beispiele, dass sie Frieden schenkt, nicht zuletzt den Frieden im eigenen
Herzen. Und als Jesus seine Mutter in den Himmel aufgenommen hat, hat sie uns
diesen Duft zurückgelassen – als Ansporn, im Vertrauen auf Jesus selbst so zu
handeln, sie also zum Vorbild zu nehmen. Sie hat ihren Duft zurückgelassen als
Verheißung, das Jesus auch uns zu sich holen wird, wenn unser irdischer Weg zu
Ende geht.
Maria ist verduftet.
Aber der Duft, den sie zurückgelassen hat, ist auch für uns heute noch
erfahrbar. Schauen Sie Maria einfach mal in Ruhe und mit offenem Herzen an, und
Sie werden den eigenartigen Reiz erfahren, der von ihr ausgeht.
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Maria Himmelfahrt - nach einer Vision von Maria Valtorta |
Und dass Katharina davon überzeugt ist, dass sie am Ende
ihres irdischen Lebens zu Gott gelangt, das wird in ihren Schriften ganz
deutlich. „So schnell vergeht die Zeit
des gegenwärtigen Lebens. Wir wollen danken für alle Gnaden, die der liebe Gott
… uns gespendet hat für Leib und Seele, für die Zeit und Ewigkeit. Was wir für
Gott getan und wo wir Gott gesucht haben im Gebete, Tugendübungen sowie durch
die treue Beobachtung unserer Berufspflichten, wird uns Segen bringen für Zeit
und Ewigkeit.“ (Brief 97)
„Der Himmel ist alles
wert.“ (Brief 80) Davon ist Katharina überzeugt. Glauben wir Heutigen noch
daran?
STH