„ … nach allen
Erfahrungen, die man macht mit sich und andern, bleibt nichts übrig, wenn wir
beharrlich bleiben wollen und unsere Seligkeit erreichen, als den Weg der
Nachfolge Jesu Christi zu gehen, ja, ihn ernstlich zu wandeln und alle Klippen
zu übersteigen und durch alle Schwierigkeiten hindurch zu schreiten, die wir
auf diesem Wege finden.“ (Brief 8)
Immer wieder muss ich staunen, wie aktuell, wie zeitlos, wie
modern Katharina Kaspers Aussagen sind. Was sie hier 1867 schreibt, könnte man
auch heute schreiben, finden Sie nicht?
Die Erfahrungen, die man mit sich selbst und erst recht mit
anderen macht, können einen ja schon mal
verzweifeln lassen. Nicht selten würde
man gerne ganz anders sein als man ist, und die anderen entsprechen häufig
nicht unseren Vorstellungen und Erwartungen vom Guten und Ehrlichen, Echten.
Bei allem, was wir erfahren, wollen wir aber wir bleiben,
unseren Weg nicht verfehlen und unser Ziel erreichen. „Unsere Seligkeit“, das ist unser Friede, der letztlich Gott ist.
Und dieses Ziel erreichen wir auf dem „Weg der Nachfolge Christi“.
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Verwelkte Rosen (Günther Schad/pixelio) |
Vielleicht fragen Sie jetzt zweifelnd, wieso? Katharina war
davon überzeugt, dass Jesus uns ganz klar gezeigt hat, wie wir gut leben
können, was unser Leben wertvoll macht und wie es mit ihm zu einem Leben in
Fülle wird. Das heißt nicht, dass es keine Probleme und Schwierigkeiten auf
diesem Weg gibt. Aber mit Jesu Hilfe ist das alles zu bewältigen.
Katharina schreibt weiter: „Bitten und flehen wir doch zu Gott dem Herrn um himmlisches Licht,
damit wir unsern Herrn und Gott erkennen, ihm dienen und ihn lieben, damit wir
uns erkennen und unsere weltliche und selbstsüchtige Liebe verabscheuen und
ertöten.“ (Brief 8)
Klar, das ist die Sprache des 19. Jahrhunderts. Aber von der
Sache her hat sie doch recht, oder? Wie wenig kennen wir uns selbst! Wie wenig
wollen wir wahrhaben, dass wir auch egoistisch sind! Wie blind sind wir für die
Tatsache, das der Egoismus, die Selbstsucht das Leben zur Hölle macht. „Bitten wir um himmlisches Licht, damit
wir Gott erkennen“ und ihm mehr Raum geben in unserem Leben. Wenn wir das
tun, ist da immer weniger Platz für das Ego.
Das hört sich alles so einfach an, denken Sie jetzt
vielleicht. Aber eigentlich ist es auch ganz einfach. Denn: „Tun wir, was wir können; mehr verlangt
Gott nicht von uns.“ (Brief 203)
„Den Weg der
Nachfolge Jesu Christi ernstlich gehen“, - uns werden die Augen aufgehen …
STH