Ist es nicht erschreckend,
wie viele Kriege zur Zeit toben? Denkt man an Syrien, an die Ukraine – es sind
blutige, grausame Kriege. Eine der Folgen bekommen wir hautnah mit: die vielen
Flüchtlinge, die nur einfach Frieden suchen.
Auch
Katharina Kasper erfährt, was Krieg ist und bedeutet. 1870 bricht der Krieg aus
zwischen Preußen und Frankreich. Die Kriegsmethoden sind andere als heute. Aber
der Krieg ist nicht weniger grausam und – blutig. In der Chronik vom Spiritual
Wittayer können wir lesen: „Ausbruch des
Krieges zwischen Preußen und Frankreich. Infolge dessen Verwendung der
Schwestern zur Pflege der verwundeten Krieger in Lazaretten und auf dem
Kriegsschauplätze im Inland, zusammen 242 Schwestern von August 70 bis Mai 71.“
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Mehrere Saalbetriebe, hier Naves, in
Lingen dienten als Reservelazarette im 1. Weltkrieg
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Katharina
schreibt an Wittayer: „Also heute Mittag
1 Uhr auf Sonntag, den 7. August, reisen die Schwestern ins Feldlazarett ab.
Der liebe Gott wolle sie beständig mit seiner Gnade begleiten. Nun noch was für
Wiesbaden. Herr Bürgermeister von Wiesbaden ersuchte die Herren, ob die
Schwestern von hier oder dem Mutterhause mit zehn Schwestern ein Lazarett in
Wiesbaden übernehmen wollen. Da es nun von den Herren des Malteser Ordens und
hier von der Stadt sehr gewünscht wird, so habe ich die Zusage gegeben. Die
Schwestern übernehmen die Pflege der Verwundeten mit Küche. Dagegen sorgt die
Stadt für alle Bedürfnisse an Lebensmitteln und was sonst notwendig ist.“
(Brief 18)
Wach
sein im Blick darauf, wohin Gott ruft. An dem Platz wirken, den Gott zugewiesen
hat. Das macht Katharinas Leben aus.
„Möge der
heilige Wille Gottes in allem geschehen und möchten wir allezeit Gottes
heiligen Willen erfüllen.“ (Brief 54)
Nur darum geht es Katharina. Und dafür lebt sie.
STH